Ein Dorfplatz für das Auge und für die Sicherheit in Oudler

Im Rahmen des Förderprogramms der Ländlichen Entwicklung in der Gemeinde Burg-Reuland soll u.a. auch der Dorfplatz in Oudler neu gestaltet werden. Dieses ehrgeizige Vorhaben macht konkrete Fortschritte.

Bei zwei Konzertierungsversammlungen im Vereinslokal in Oudler mit dem zuständigen Landschaftsarchitekten Heinz Winters aus Eupen, den Vertretern der Gemeinde, der Straßenbauverwaltung (MAT), der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ostbelgiens (WFG) sowie der Dorfbevölkerung wurde jetzt die Planung ausgiebig erörtert.

 

Erstes Halbjahr 2006

Die Vorlage wurde bei dieser Bürgerversammlung schließlich einstimmig gutgeheißen, so dass nun die weitere Prozedur eingeleitet werden kann. Ziel ist es, die Baumaßnahmen im ersten Halbjahr 2006 in Angriff zu nehmen.

In der kommenden Woche wird das Gestaltungskonzept den zuständigen Gremien der Wallonischen Region vorgestellt, bevor die Örtliche Kommission der Ländlichen Entwicklung (ÖKLE) am 23. November und der Gemeinderat am 29. November endgültig über das Projekt befinden werden.

»Endlich geht es voran«, so der allgemeine Tenor der Bewohner in Oudler, die sich natürlich wünschen, dass aus dem wenig ansehnlichen Areal an der Kirche ein Schmuckstück wird.

 

Kreuzungsbereich

Heinz Winters stellte ein harmonisches Verschönerungsprojekt vor, das neben der Schaffung von elf Parknischen auch eine reichliche Begrünung des exponierten Dorfkerns beinhaltet. Vorgesehen sind ferner ein Dorfforum mit Ruhezonen und Springbrunnen sowie ein so genannter Kirchgarten, der auch als Kreuzweg genutzt werden kann. Doch nicht nur der eigentliche Kirchplatz soll gründlich aufgewertet werden, sondern auch der gesamte Straßenbering im Umkreis der Kirche. Die Landstraße N 62, die gerade im Kreuzungsbereich in der Ortsmitte eine Gefahrenquelle ist, soll entschärft werden.

Täglich rollen über 14000 Fahrzeuge durch die Ortschaft und mindern die Lebensqualität. Das haben auch die Planer erkannt und in ihre Überlegungen einfließen lassen. »Wir wollen Abhilfe schaffen, damit diese Blechlawine gebremst wird«, so der Landschaftsarchitekt. So sollen in Absprache mit dem MAT Verkehrsberuhiger vor der Einfahrt auf die gefährliche Straßenkreuzung mehr Sicherheit für Fußgänger und Autofahrer bewirken. Des Weiteren werden die bereits vorhandenen beiden Zebrastreifen mit einem kleinen Fahrbahnteiler (Zwischeninsel) versehen und besser ausgeleuchtet werden, damit vor allem die Schulkinder sicher zur Schule gelangen können. Raymund Fux, Leiter des MAT in St.Vith, ergänzte: »Das Problem kann nicht ganz gelöst werden. Aber es gibt Möglichkeiten, den Verkehr zu beruhigen. Wir werden jetzt die verschiedenen Varianten, auch in Bezug auf die Kosten, abwägen«.

Ferner könnte ein Einbahnverkehr im so genannten »Mëchelseck« für weitere Entlastung sorgen, wenngleich die Verantwortlichen noch nach einer geeigneten Ein- und Ausmündung dieser örtlichen Gasse Ausschau halten müssen. Die Neugestaltung der Straße im Bereich der Kreuzung sowie das Anbringen von überfahrbaren Verkehrsinseln sollen zusammen mit den beidseitigen Bürgersteigen, die bis hinauf zum Vereinslokal führen (wo sie an die Gemeindefußgängerwege angeschlossen werden sollen), die Sicherheit weiter verbessern.

Das Projekt, das mit 314 000 €Euro von der Wallonischen Region bezuschusst und von der MAT mit rund 150 000 € Euro kofinanziert werden soll, verspricht demnach eine deutliche Aufwertung des Dorfkerns in Oudler. Das neue Ortsbild käme letztendlich auch dem Tourismus in der Gemeinde Burg-Reuland zugute.

 

Verbesserung der Lebensqualität

Die »Ländliche Entwicklung« ist ein Programm, das bereits in den 80er Jahren in der Gemeinde Burg-Reuland nachhaltige Arbeit leisten konnte. In einer ersten Phase bewilligte die Wallonische Region seinerzeit Fördergelder zur Verbesserung der so genannten Basisinfrastruktur (Wasserversorgung, Straßenbeleuchtung, Abwässerentsorgung usw.).

In den 90er Jahren derweil lag der Schwerpunkt auf die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde. Größtes Projekt damals war die Schaffung der Handwerkszone in Grüfflingen-Schirm. In diesen beiden Phasen flossen während 20 Jahren rund 1,25 Mio € € an Beihilfen von Namur nach Burg-Reuland. In der jetzt laufenden dritten Phase wird vor allem die Verbesserung der Lebensqualität angestrebt. Örtliche Bürgergremien wurden geschaffen, um die Möglichkeit von konkreten Projekten auszuloten, gemeinsam mit den Koordinationsstellen der »Ländlichen Stiftung der Wallonie« (LSW) sowie der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG). Bis 2014 sollen die Maßnahmen phasenweise verwirklicht werden. Zu den vorrangigen Anliegen zählt der Dorfplatz in Oudler.

 

(GRENZ-ECHO vom 10.11.2005 Bericht und Bilder von Gerd HENNEN)



Auf der Skizze erkennt man die künftige Gestaltung des Dorfplatzes in Oudler
Auf großes Interesse stießen die Bürgerversammlungen in Oudler. Vorne rechts Archtiekt Heinz WINTERS
Kreuzungsbereich
Kreuzungsbereich
Planskizze
Dorfansicht Dorfplatz
Raymund Fux, Ingenieur der MAT im Gespräch mit Frau Loni MÖLTER