Die Trinkwasseraufbereitungsanlage in Braunlauf

Verantwortlicher : Herr SCHMITZ Günther, Technischer Leiter

Braunlauf 5B
4791 BURG-REULAND
Tel. : 080/22 96 59
E-Mail : gunther.schmitz@skynet.be

 

Wie alles anfing ...

Aufgrund der unzulänglichen Wasserversorgung der Gemeinde, sowohl hinsichtlich der chemischen als auch der hygienischen Wasserbeschaffenheit, als auch der fehlenden Wassermenge, hat man versucht die Situation der Wasserversorgung zu verbessern.  Ab 1977 hat man ein Übereinkommen erzielt mit der Gemeinde Gouvy und erhielt das Wasser teilweise von Commanster.  Um dem Wasserbedarf gerecht zu werden war die Gemeinde gezwungen vom Wasserverband Bitburg-Prüm und vom Luxemburgischen Wasserverband erhebliche Wassermengen einzukaufen.  Erst seit Ende der achtziger Jahre hat man eine Neuordnung der Wasserversorgung und eine entsprechende Planung und Projektausarbeitung in Angriff genommen, und zwar die Erstellung einer zentralen Wasserversorgung für das gesamte Gemeindegebiet.  
In der Ortschaft Braunlauf war man nach einem Pumpversuch auf eine Wasserader mit reichlichem Wasser gestoßen.  Schließlich hat man in Braunlauf in der Nähe der Wasserader eine Wasserversorgungseinrichtung errichtet.  Zuerst muss man jedoch ein umfangreiches Rohrnetz aufbauen, um die verschiedenen Ortschaften der Gemeinden zu erreichen.  Bei der Projekterstellung erwies sich die Höhenlage des Trinkwasserbehälters Grüfflingen als günstige Voraussetzung für die Trinkwasserversorgung der westlich und südlich liegenden Gemeindebezirke, sowie die Ortschaften Braunlauf und Weisten.

 

Folgende Maßnahmen wurden im Detail erforderlich :

a) Rohrnetzausbau

  • Sanierung des Behälters Grüfflingen
  • Verlegung von Wassertransportleitungen vom Behälter Grüfflingen zum Behälter Koller für die Versorgung der Ortschaften Alster und Bracht und ferner der Beschickung des Behälters Reuland dient 
  • Verlegung von Wassertransportleitungen von der Ortschaft Reuland bis zur Ortschaft Steffeshausen 
  • Erstellung einer Zwischenpumpstation in Steffeshausen zur Beschickung des Trinkwasserbehälters Auel 
  • Verlegung einer Wassertransportleitung von der Pumpstation Steffeshausen zum Behälter Auel 
  • Ergänzung des Ortsnetzes Auel 
  • Verlegung einer Wassertransportleitung vom Behälter Grüfflingen zur Handwerkszone Grüfflingen
  • Verlegung einer Trinkwassertransportleitung von Weisten zur Anlage Braunlauf, zwecks Erfassung der den Quellen von Commanster entnommenen Wassers 
  • Verlegung einer Trinkwassertransportleitung von der Anlage Braunlauf zum Behälter Aldringen 
  • Kompletter Ausbau des Versorgungssystems Aldringen erfolgt in einer weiteren Phase.
  • Beschickung des Behälters Malscheid mit Trinkwasser hierzu sind notwendig :
    • Die Errichtung einer Zwischenpumpstation im Ortsteil Oudler  
    • Die Verlegung einer Wassertransportleitung von der Zwischenpumpstation Oudler zum Behälter Malscheid, inklusive Verlegung eines Steuer- und Messkabels zur Steuerung der Pumpstation
    • Beschickung des Behälters Aldringen mit Trinkwasser Durchführung des II. Bauabschnittes, Verlegung einer Trinkwassertransportleitung von der Aufbereitungsanlage zum Behälter Aldringen

b) Baukörper

Bau der Wasserversorgungseinrichtung Braunlauf.  Bei dem Bauwerk handelt es sich um einen reinen Zweckbau in den sowohl die Wasseraufbereitungsanlage inklusive Verdüsungskammer, die Trinkwasserkammern zur Aufnahme des Reinwassers, das Absetzbecken zur Sedimentierung der Inhaltsstoffe des Rückspülwassers, als auch die Pumpanlage für das Rohwasser zur Beschickung der Filtereinrichtung und der Pumpanlagen zur Beschickung der Behälter Grüfflingen und Aldringen mit Trinkwasser angeordnet sind.

c) Wasserversorgungseinrichtung

I. Wassergewinnung :

  • Quellfassungen Commanster : 600 m³ Wasser pro Tag
  • Tief-Bohrbrunnen Braunlauf : 1800 m³ pro Tag


II. Wasseraufbereitung :

Die Durchflussleistung der Aufbereitungsanlage ist der Leistung der Wassergewinnung angepasst.  Zum Rohrwassertransport dient eine, in 3 Pumpaggregaten gegliederte Rohrwasserfördereinrichtung.  Die Pumpaggregate werden je nach Wasserbedarf eingesetzt.
Das Wasser in Commanster ist sehr salzarm und extrem weich.  Die Härte dieses Wassers ist geringer als 1°d6H.  Ferner führt das Wasser Kohlensäure, die insgesamt kalk- und eisenlösend ist.
Das Wasser des Bohrbrunnens in Braunlauf besitzt einen hohen Gehalt an gelösten Eisen- und Manganverbindungen.  Ferner zeigt das Wasser eine gelegentlich bakteriologische Verunreinigung an.
Beide Wässer werden in der Aufbereitungsanlage aufgearbeitet.

III. Wasserabgabe :

Die gesamte Wasserabgabe wird durch Wasserzähler, die in den abgehenden Leitungen angeordnet sind, erfasst.  Die Versorgung der Trinkwasserbehälter Grüfflingen und Aldringen geschieht über je eine separate Pumpaggregatsstufe.  Diese Stufen bestehen jeweils aus 2 Pumpaggregaten.  Die Pumpstufen entnehmen das Wasser dem Trinkwasserspeicher.

IV. Steuerung des gesamten Wasserversorgungssystems :

Die vollautomatische Steuerung bietet die Möglichkeit der graphischen Darstellung sowohl des Zulauf- und Ablaufverhältnisses, der Behälter- und Brunnenganglinien als auch die Aufzeichnung aller Störfälle, sowie sonstige gewünschte Protokolle.

V. Einsatz der Notversorgung :

Sobald die öffentliche, elektrische Stromversorgung ausfällt wird ein Notaggregat in Betrieb genommen, die die Wasserversorgungseinrichtung in ihrem Betriebszustand behält.
Die gesamte Ausbaumaßnahme des Rohrnetzes, sowie die Installation des Aufbereitungssystems wurden von den Gemeindearbeitern vorgenommen.  Dadurch konnten die Kosten für das Projekt für die Gemeinde tragbar gestaltet werden.


d) Noch durchzuführende Maßnahmen zur Verwirklichung des Gesamtprojektes :
   
 Verlegung von Wassertransportleitungen vom Behälter Malscheid zum Behälter Lascheid.

Durch die Beschickung der Behälter Lascheid und Malscheid mit Trinkwasser aus dem eignen Versorgungssystem spart die Gemeinde die nicht unerheblichen Kosten des Wasserankaufes vom Zweckverband Bitburg/Prüm sowie vom Luxemburgischen Wasserverband.

Allgemeines Wasserversorgungsnetz der Gemeinde

Das Leitungsnetz umfasst :

80  km Rohrleitungen, Querschnitt 50 -90 mm,
16  km Rohrleitungen, Querschnitt 110 mm,
34  km Rohrleitungen, Querschnitt 140 - 160 mm
7  km Rohrleitungen, Querschnitt 200 mm
420  Hydranten

Über die Länge der Hausanschlussleitungen liegen keine Unterlagen vor.