Die Kirche

Zuerst stand ein Neubau auf dem Plan, der wurde aber dann aufgegeben weil es mehrere Schwierigkeiten gab u.a. war das in Aussicht genommene Gelände nicht zu haben, die Provinzialverwaltung, die Denkmalschutzkommission sowie die Gemeindeverwaltung waren gegen das Projekt.

So beschloss man die Kirche zu erneuern und die Arbeiten begannen am 29. Juli 1963 und die Gesamtkosten beliefen sich letztendlich auf ca. 4 Millionen BFr.  Davon zahlten Staat und Gemeinde je 1,2 Millionen und den Rest hat die Ortschaft Aldringen aus eigener Kraft aufgebracht : ein überzeugender Beweis von der Liebe der Einwohner zu Gott, zum Gotteshause und zur Dorfgemeinschaft, ein Zeichen auch dafür, was Eintracht und Opferwille fertig bringen.

Glocken in der Pfarre

Die Glocken begleiten uns auf unserem ganzen Lebensweg, von der Taufe bis zum Tode.  Das Glockengeläut soll „die Mutlosen aufrichten, die Trauernden trösten, die Glücklichen erfreuen und die Verstorbenen auf ihrem letzten Wege begleiten“.

Im 1. Weltkrieg musste Aldringen 2 Glocken abgeben, dieselben wurden aber nach dem Krieg im Jahre 1923 ersetzt.  Im Jahre 1927 kam eine neue Glocke, die wurde aber im 2.Weltkrieg beschlagnahmt und kehrte nie wieder zurück.  1959 wurden zwei neue Glocken geweiht eine davon dem hl. St. Martin, die andere dem hl. Hubertus.

Die Aldringer Kirche besitzt auch eine vollmechanische Pfeifenorgel mit 14 Registern, die auf 3 Werke, zwei Manuale und Pedal verteilt sind.  Insgesamt besitzt die Orgel 832 Pfeifen, wovon 776 aus Metall sind und 56 aus Holz.

Den Allijer Hähr

Adam Thomas, Pastor in Aldringen.  Er stammt aus dem Weiler Oberhausen und wurde am 15.08.1799 geboren und verstarb am 10.01.1877. Am 25.01.1949 wurde er Pfarrer von Aldringen, wo er 28 Jahre lang treu waltete.  Er unterschied sich durch etwas ganz Besonderes von seinen Mitbrüdern : sein Interesse an der Natur und seine hervorragenden Kenntnisse in der Botanik, Medizin und Landwirtschaft.   Viele Geschichten erzählen über seine Heilungen.  Eine bedeutende Hinterlassenschaft des Pfarrers Thomas ist der weit und breit bekannte und sehr beliebte Kräuterschnaps im Volksmunde kurzerhand „Thommes“ oder „Allijer Hähr“ genannt.  Er schmeckt sehr bitter, soll aber bei Verdauungsstörungen oder Magenverstimmung ausgezeichnete Wirkung haben.  Das Originalrezept befindet sich heute im Besitz des Apothekers Lorent in St.Vith.  Da Pfarrer Thomas sich nur um das Dorf Aldringen kümmern musste, blieb ihm viel Zeit für die Seelsorge, die Landwirtschaft oder für seine naturwissenschaftlichen Studien.  Es wird erzählt, dass er im Sommer fast jeden Nachmittag selber die Schafe hütete, sogar am Samstagnachmittag. Wenn dann jemand beichten wollte, musste er zum Pfarrer auf die Weide gehen und durch die Hecke sein Bekenntnis ablegen und die Lossprechung empfangen.  Die Schafe verrieten nichts.

Die neue Totenkapelle in Aldringen

Am Sonntag, dem 12. Juni 2005 wurde die neue Totenkapelle eingeweiht.

Der Bau einer letzten irdischen Ruhestätte kann als wichtiges Mosaiksteinchen im gemeinsamen Zusammenleben eines Dorfes bezeichnet werden.

Initiator und Triebfeder der Leichenkapelle in Aldringen war bzw. ist Martin Ludes, der in den Mitgliedern des Pfarrgemeinderates, allen voran Präsidentin Ingrid Lentz-Hahn, wichtige Unterstützung fand.
So wurde speziell für die Totenkapelle ein fünfköpfiges Komitee gebildet, dem Ludwig Kohnen, Werner Jousten, Aloys Aachen, Roland Lentz und Martin Ludes angehören. Dieses Komitee kümmerte sich um die Planung, die Kostenschätzung und die Sensibilisierung bzw. Mobilisierung der Dorfgemeinschaft. Als Planungszeichner wurde Rudi Berners gewonnen, als Bauleiter der Stadtgemeinde St.Vith immerhin mit derlei Vorhaben vertraut, der zusammen mit den Verantwortlichen ein harmonisches Gesamtprojekt schuf.

Schnell war ein Konzept ausgearbeitet, das eine finanzielle Eigenbeteiligung der Dorfbewohner Aldringens vorsah. Die Gemeinde steuerte - ähnlich wie in den vergangenen Jahren bei dergleichen Projekten in Braunlauf, Oudler, Maldingen und Espeler - eine einmalige finanzielle Zuwendung in Höhe von 2500 € zu.

Zügige Umsetzung  

In nur zehn Monaten Planungs- und Bauzeit konnte auf diese Weise eine schmucke, schnörkellose Totenkapelle im Umfeld der Kirche errichtet werden. Ein Projekt, das darüber hinaus die Eigendynamik der Ortschaft verdeutlicht. »Wir haben hier in unserem Dorf nur Positives erfahren. So konnte die Kapelle, deren Gesamtkosten sich auf ca.
23 000 € belaufen, immerhin in voller Höhe von der Dorfgemeinschaft finanziert werden«, erklärte Roland Lentz. Das Ergebnis kann sich sehen lassen : Hier wurde ein funktionaler und architektonisch einladender und harmonischer Bau geschaffen werden, der der Trauergemeinde in Zukunft ohne Zweifel passende Obhut gewährt.

Doch mit dieser ersten infrastrukturellen Initiative möchten sich die Komiteemitglieder nicht zufrieden geben, so dass bereits weitere Pläne zur Aufwertung des Dorfkerns und des Dorfes im Allgemeinen in der Schublade liegen und in Kürze in Angriff genommen werden sollen.

Pfarrhaus aufwerten zur Begegnungsstätte Aldringen

Gedacht wird einerseits an die Verschönerung des Dorfplatzes, der in Anerkennung der Verdienste des allzu früh verstorbenen Bürgermeisters Peter Stellmann dessen Namen tragen wird, andererseits an die Instandsetzung des Pfarrhauses, das in den Dienst der Dorfgemeinschaft gestellt werden soll, so Roland Lentz. »Auf dem Dorfplatz soll wie übrigens auch in Burg-Reuland und Oudler u.a. eine Minigolfanlage eingerichtet werden, was sicher auch zur touristischen Aufwertung unserer Gemeinde beitragen kann.« Diesbezüglich sei für Anfang September eine Versammlung anberaumt, in der die nächsten Schritte festgelegt werden. Außerdem findet im Herbst ein Frühschoppen im Pfarrhaus statt, um die horrenden Unterhaltskosten zu decken.

»Unser fünfköpfiges Komitee hofft auch weiterhin auf die tatkräftige Unterstützung des Dorfes, ohne die solche Projekte unweigerlich zum Scheitern verurteilt sind.« Ein Dorf lebe halt vom Einsatz seiner Bewohner und »solche Projekte bzw. Herausforderung sorgen für den entsprechenden Zusammenhalt«, so Roland Lentz abschließend. Kurzum: Die zügige Errichtung der Totenkapelle sieht das Komitee als ersten Schritt, das dörfliche Miteinander »von innen heraus« zu dynamisieren. An weiteren Ideen herrscht mit Sicherheit kein Mangel.

Die Stola des Hl. Hubertus

Die Geschichte, wie ein Stück derselben nach Aldringen kam.
Sehr berühmt ist die Stola des hl. Hubertus, aus welcher eine sehr kleine Partikel bei den Einschnitten gegen die Gefahr der Tollwut entnommen wird.  Als am 21. September 825 in Gegenwart des Kaisers Ludwig des Frommen und zahlreicher Bischöfe, welche kurz vorher dem Konzil von Aachen beigewohnt hatten, sowie einer unermesslichen Zahl von Priestern und Gläubigen durch den Lütticher Bischof Walcand die Eröffnung, des Grabes des hl. Hubertus stattfand, wurde der Leib des Heiligen unverwesen und so frisch erhalten vorgefunden, wie am Tage des Begräbnisses.  Der Heilige ruhte in einem Sarge, angetan mit den bischöflichen Gewändern, welche ebenfalls noch vollständig erhalten waren.  Die anwesenden Bischöfe lösten die Stola des Heiligen von dem Körper, um dieselbe den zahlreich herbeigeströmten Kranken aufzulegen und von Gottes Allmacht durch die Fürbitte des Heiligen deren Heilung zu erwirken.  Besonders ereigneten sich Heilungen vieler Personen, die in dem Ardennenwald von zahlreichen tollwütigen Hunden, Katzen und Wölfen gebissen wurden.  Dieser Umstand gab zu der berühmten Wallfahrt nach St.Hubert und der Anrufung dieses Heiligen gegen die Gefahr der Tollwut Anlass.  Die Stola ist ein sehr feines Gewebe von weißer mit Goldfäden durchwirkter Seide. Das heute noch erhaltene Stück misst ungefähr einen Meter Länge und 4,5 Zentimeter Breite.  Bei Ausbruch der französischen Revolution im Jahre 1794, als die Gefahr des Überfalls der Abtei St. Hubert immer drohender wurde, flüchtete der letzte Abt Dom Spirlet nach Deutschland in Begleitung eines jüngeren Paters, Dom Etienne.  
Sie nahmen die kostbarsten Schätze der Abtei mit sich, vor allem die hl. Stola.  Zu Montjoie (Monschau) angekommen, erkrankte Dom Spirlet auf den Tod.  Sein Begleiter hatte kaum noch Zeit, ihn nach Eupen in das dortige Franziskanerkloster zu bringen, wo der ehrwürdige Prälat, welcher während langer Zeit die bedeutendste und einflussreichste Persönlichkeit des Luxemburger Landes gewesen war, eines frommen Todes starb.  Dom Etienne befand sich allein mit allen mitgeführten Schätzen.  Dieser Mönch war geboren zu Bögen bei Clerf im Jahre 1760 und hieß mit seinem Familiennamen Neumann. Nachdem er seinem Abte die letzte Ehre erwiesen hatte, brachte er die Stola des heiligen Hubertus in Sicherheit in sein elterliches Haus nach Bögen.  Um den Verfolgungen der später auch dort eindringenden Franzosen, welche von ihm die Leistung des durch den Papst verbotenen Verfassungseides verlangten, zu entgehen, floh Neumann nach Mannheim, später nach Worms und Spener.  Er hatte die hl. Stola in Bögen gelassen und kehrte aus der Verbannung zurück, als ruhigere Zeiten gekommen waren.  Im Jahre 1805 wurde Neumann zum Pfarrer von Weicherdingen ernannt und brachte seinen Schatz mit in diese Pfarre, so dass die hl. Stola einige Zeit an diesem Orte aufbewahrt wurde.  Sobald er die Verhältnisse hinreichend gesichert glaubte, trug der frühere Benediktinerpater und nunmehrige Pfarrer die heilige Stola von Weicherdingen nach St. Hubert zurück und übergab dieselbe dem dortigen Pfarrklerus.  Er hatte jedoch drei Partikeln davon abgetrennt, von denen er die eine der Kirche von Aldringen schenkte, weil dort der hl. Hubertus besonders verehrt wurde und von Alters her eine Bruderschaft des Heiligen bestand.  Eine Partikel ließ er in seinem elterlichen Hause und eine dritte in der Kirche seiner Pfarrei.  Hierin mag auch der Bund dafür zu suchen sein, dass die kölnische Pilgerfahrt nach St.Hubert in jedem Jahr, nachdem sie St.Vith passiert hat, über Aldringen weiterzieht und in der dortigen Pfarre eine Ruhepause macht.

Als im Jahre 1846 Bischof Laurent seine Firmungsreise im Dekanate Clerf abhielt, erbat er sich und erhielt er auch bei dieser Gelegenheit die beiden Partikeln der hl. Stola, die in Bögen und Weicherdingen aufbewahrt waren.  Durch Vermittlung des Bischofs von Namur ließ er dieselben der Kirche zu St. Hubert zurückstellen ...

Das Vertrauen des gläubigen Volkes auf den hl. Wundertäter der Ardennen ist jeder Zeit ein unbegrenztes gewesen.  Im Jahre 1561 kam sogar ein Sohn des Irrlehrers Calin, welcher von einem wilden Tiere gebissen worden war, nach St.Hubert, schwur den von seinem Vater eingeführten Calvinistischen Lehren ab, ließ sich den Einschnitt machen und hielt die Novene.  Auch heute, ungeachtet der Pasteur’schen Lymphe, pilgern noch immer die von wütenden Tieren gebissenen Personen nach St.Hubert.  Die Novene von St.Hubert ist kein Aberglaube, sondern seit 1.000 Jahren von der Kirche gebilligt.