Das Schloss

Inmitten des Dörfchens liegt die große und noch gut erhaltene Anlage des Brachter Schlosses.  Das Schloss ist eine regelmäßige, bescheidene, dreiflügelige Anlage mit den Wirtschaftsgebäuden und einem Herrenhaus.  Das Brachter Schloss wurde 1782 von Georg Friedrich August Ferrand von Montigny erbaut.  Der Grabstein des Erbauers befindet sich übrigens in der alten Kirche auf dem Weweler Ourberg.  Im 19. Jahrhundert wurde der Besitz des Schlosses geteilt und ging zur Hälfte käuflich an die Pfarrgemeinde Reuland und an Private über.  Das Wappen von Montigny mit Schwertern und springendem Löwen ziert die Rückseite des alten Schlosses.  

Eine große Freitreppe schmückt den Herrensitz zur Hofseite hin.  

Von der ehemaligen Pracht und vom Glanz vergangener Zeiten ist im Herrenhaus wenig übriggeblieben.  Eine schwere gusseiserne Kaminplatte mit dem Wappen der Montignys trägt die Jahreszahl 1780.  Im Innern zeigt die alte Hauskapelle in der Mittelachse des Obergeschosses eine schlichte Pilasterdekoration und Stuckdecke mit Auge Gottes und Taube.  Vor der Freitreppe der Hofseite erkennen wir im Bodenpflaster die Jahreszahl 1884.
Heute ist das Schloss im Besitze der Familie KAUT-THEIS-GENNEN.

Im Jahre 1977 diente das Schloss auch als Kulisse zu einem Antikriegsfilm genannt „Winterspelt“ nach dem Roman des Schweizers Andersch.  Die Geschichte des Films trägt sich im Herbst 1944 zu, wenige Wochen nach dem 20. Juli.   Im Mittelpunkt steht der Major Dincklage, der sich der aussichtslosen Lage der deutschen Seite bewusst ist und mit dem Gedanken spielt, sein Bataillon den Amerikanern kampflos zu überlassen.  Nur zwei Kilometer vom kleinen Eifelgrenzdorf Winterspelt, das von deutschen Soldaten besetzt gehalten wird, wartet nämlich eine US-Division auf das Startzeichen zur Offensive.  Das Angebot des Majors, der mit Hilfe einiger Zivilisten Kontakt zu US-Offizieren sucht und die Kapitulation im Alleingang erreichen möchte, stößt bei den Amerikanern jedoch auf Ablehnung.  Ende 1944 dann kommt es zur blutigen Ardennenschlacht, bei der 75.000 Menschen ihr Leben verlieren.