Die Burg

Die Burg von Reuland, die vor langer Zeit eine gewaltige Anlage war, hat eine illustre Geschichte.  Dort, wo die heutige Ruine steht hatten die Römer schon ein Kastell gebaut.  Unter den Franken entstand daraus ein Königsschloss.

Zwischen dem 12 und 18 Jhdt war es nacheinander im Besitz berühmter Adelsgeschlechter.

Erst um 1830 geht die Reuländer Burganlage wieder in Privathand über : die Familie Mayeres aus Reuland übernimmt den Besitz sowie die anliegenden Wiesen mit der Auflage, die noch bestehenden Mauerzüge abzureißen.  Die inneren Gebäude werden daraufhin eingeebnet, der Burghof mit Schutt planiert und der Graben aufgefüllt.  

Im Jahre 1900 wird die Burg, durch Schenkung an die Gemeinde, vor der vollständigen Zerstörung gerettet und unter Denkmalschutz gestellt.  Im Juli 1901 beginnt die erste Restaurierung, mit finanzieller Unterstützung der preußischen Rheinprovinz.  

Die Folgen der Rundstedt-Offensive erfordern, um 1950, eine weitere Instandsetzung der Mauerzüge, diesmal unter Aufsicht der belgischen Behörden.  Zugleich errichtet man die Wendeltreppe im Bergfried;
seine neue Aussichtsplattform wird zum touristischen Anziehungspunkt.  Außerdem legt man den unterirdischen Gang in der Sudost-Ecke an.   Der Gemeinde als Eigentümer war die Last zu groß geworden.  
Für den symbolischen Franken übernahm der Staat die Ruine, um sie durch die notwendigen Arbeiten zu erhalten.  Für eine konsequente Durchführung dieser Maßnahmen waren Ausgrabungen als Voruntersuchung vonnöten.  Diese wurden auf Initiative der Deutschsprachigen Gemeinschaft und der Universität Lüttich durchgeführt.

Die Burg auf dem zum Ortszentrum vorspringenden Berghang ist aus farbenprächtigem Reuländer Bruchstein gebaut.  Der nordwestliche Eckturm ist vermutlich der älteste Teil der Burg und stammt aus dem
15 Jhdt. Der wuchtige Bergfried ist im Südwesten fast in seiner alten Höhe von fünf Stockwerken erhalten geblieben.  Im Innern der Anlage findet man den großen  Burghof und die Reste des alten Brunnens.   
Die mitten im Dorf gelegene ehemalige Apotheke war damals das Burghaus.