Die Kirche

Bereits vor 755 hatte man eine Kapelle in „Rullant“.  
In einer Urkunde des Abtes von Stablo-Malmedy wird diese namentlich genannt.  In dieser Urkunde wurden die Herren von Reuland das Präsentationsrecht für die Kirche in Thommen übertragen, dessen Pfarrer auch der Kapelle in Reuland vorstand.  Ehemals gab es also eine in Reuland abhängige Kapelle von Weweler. 1336 wird die Kapelle „Unserer lieben Frau im Ulftal“ als baufällig bezeichnet.  Seit 1668 hatte jedoch der Pfarrer von Weweler seinen Wohnsitz in der „Freiheit“ Reuland.

Zu Beginn des 17 Jhdt. wurde durch Balthasar von Palant vermutlich ein Neubau der Kapelle ausgeführt und diese Anlage wurde in Jahre 1771 durch einen Neubau ersetzt. Im Jahre 1869 wurde eine Sakristei errichtet und 1912 wurde die einschiffige Anlage um ein Seitenschiff erweitert, ein Querhaus und ein neuer Chor mit Sakristei angefügt.

Der Turm auch Bruchstein hat ein rundbogiges Portal in Blausteinrahmen mit der Jahreszahl 1772.

Das Innere der heutigen Reuländer St.Stephanus-Kirche besticht durch seine Schönheit.  Auch die Errichtung eines neuzeitlichen Altartisches hat ihr keinen Abbruch getan.  Kernstück der ganzen Inneneinrichtung ist der schöne Hochaltar, flankiert von den nicht weniger prächtigen Seitenaltären.

Das Hochgrab des Baltasar von Pallant

In der Reuländer Kirche befindet sich das Hochgrab des Balthasar von Pallant und der Elisabeth von Millendonck.  Im 16 Jhdt war ein Ritter Dietrich von Millendonck Mitherr zu Reuland.  Außerdem war er Besitzer der Herrlichkeiten Millendonck, Drachenfels, Wolkenburg und Königswinter ; auch er war Burggraf des Erbstifts Trier.  Nach seinem Tod fiel die Mitherrschaft Reuland an seinen zweiten Sohn aus erster Ehe : Johann von Millendonck.  Dieser starb 1631 kinderlos, und sein Besitz fiel an seine Schwester Elisabeth von Millendonck ; sie wurde Erbin der Mitherrschaft von Reuland.  Sie war 1589 vermählt mit Balthasar Freiherr von Pallant, dem Besitzer der anderen Hälfte von Reuland.  So kam die ganze Herrschaft in eine Hand.  Die Ehe blieb kinderlos und die Eheleute wurden nach ihrem Tode in der Kirche von Reuland begraben.  Es handelt sich um einen Sarkopharg aus belgischem Schiefermarmor und er hat eine Bodenfläche von
1,89 X 1,13m und eine Höhe von 1,11 m.  Die Deckplatte trägt in Flachrelief die liegenden lebensgroßen Figuren des Ehepaares in betender Haltung, die Hand vor der Brust gekreuzt.  Auf den beiden Längsseiten sieht man die Ahnenwappen der beiden Familien.