Die Kirche

Schon 1151 und auch wohl früher stand in Dürler ein Gotteshaus, wenn es auch nur einfach gewesen sein mag.  Im Jahre 1899 wurde das alte bescheidene Kirchlein zu Dürler abgebrochen, einmal weil es baufällig war und besonders weil es für die Gläubiger zu wenig Raum bot.  
Die neue Kirche wurde an derselben Stelle wie die alte Kirche errichtet und sie wurde am 18. November 1901 eingesegnet.

Der Pfarrpatron ist der Hl. Matthias ; als zweiten Patron verehrt man die Hl. Luzia, deren Fest am 13. Dezember gefeiert wird. 

Die Glocken

Im Turm der alten Pfarrkirche hingen zwei Glocken.  
Die ältere stammt aus dem Jahre 1559.  Sie ist der Muttergottes geweiht, wie uns die Aufschrift verrät : MARIA HEISCHEN ICH HEINRICH VAN TRIER GOUSLMICH 1559.  Diese Glocke befindet sich heute im Pfarrhaus.  Die jüngere Glocke ist eine Legros-Glocke.  Sie hat einen Durchmesser von 62cm, ein Gewicht von 140kg und gilt als das älteste Werk des berühmten rheinischen Glockegießers, das in unserer Gegend erhalten geblieben ist.  Die lateinische Aufschrift lautet : LIBERA NOS DOMINE IN HONOREM SACTORUM DONATI ERICI ADOLPHI ET SANCTAE MARGARITAE A FULGUREFULMINO ET TEMPESTATE – CLOCHE DECIMALE D’ARBRE-FONTAINE.  MARTINUS LEGROS MALMUNDARIENSIS ME FECIT ANNO 1747.

(Von Blitz, Donner und Unwetter befreie uns o Herr ; zu Ehren der Heiligen Donatus, Erich, Adolf und der hl. Margaretha, Zehntglocke von Abrefontaine.  Martin Legros aus Malmedy goss mich 1747).
Während der Französischen Revolution muss man die Glocke unter Lebensgefahr aus dem Turm geholt haben.  Man hat festgestellt, dass es keine Fachleute gewesen sein können, da sie das Gebälk angesägt haben.  Wie man beim Abbruch des alten Turm feststellte, war dieser dadurch in Mitleidenschaft gezogen worden.

Im Jahre 1901 schaffte man für den neuen Kirchturm eine dritte Glocke an.  Sie wurde bei der Firma Mabilon & Hausen in Saarburg in Auftrag gegeben und war schwerer als die beiden anderen Glocken.  
Der Preis wird mit 1.100 bis 1.200 Mark angegeben.  
Dank der großen Spendenfreudigkeit der Pfarrkinder kam der Betrag rasch zusammen.  Außer einem Bild des Pfarrpatrons und des Herzens Jesu stand folgende Aufschrift auf der Glocke : „ZU EHREN DES HL.HERZENS JESU UND DES PFARRPATRONS VERFERTIGTE MICH IM ANFANGE DES 20.JAHRHUNDERTS MABILON & CIE IN SAARBURG 1901".
Diese Glocke wurde am 18. November 1901 von Dechant Christmann aus Thommen eingeweiht.  Ihm zur Seite stand Pfarrer Täpper.  
Man wollte der Weihe durch Böllerschüsse einen noch feierlichen Charakter verleihen, doch durch unvorsichtiges Hantieren an den geladenen Böllern kam es zu einem tragischen Unfall ; Johann Daubach wurde schwer verwundet und starb am 23. November 1901.
Im 1. Weltkrieg wurde diese Glocke, die ein Gewicht von 475kg hatte, beschlagnahmt und blieb verschollen.  Im 2. Weltkrieg stand die Legros-Glocke auf dem Abgabenverzeichnis und wurde forttransportiert. Sie kehrt jedoch nach dem Krieg unversehrt nach Dürler zurück.   Dank eines günstigen Gutachtens des Landesverwaltungsrates Dr. Zimmermann blieb die Marienglocke aus dem Jahre 1559 im Turm hängen.

Zur 50-Jahrfeier der Dürler Pfarrkirche ließ er bei G. Slegers in Tellin eine neue Glocke gießen, die ein Gewicht von 550 kg, einen Durchmesser von 95cm und die Tonlage „gis“ hat.

Eine musikalische Prüfung der neuen Glocke erfolgte durch den Trierer Domkapellmeister Dr. Johannes KLASSEN und dieser stellte eine Dissonanz im Klang der alten Glocken fest.  Die kunsthistorische Legros-Glocke musste ausgeschaltet werden, blieb jedoch im Turm hängen.  Sie wurde durch eine neue Glocke ersetzt gegossen bei Slegers in Tellin und hat die Tonlage „e“.  Auch die Marienglocke aus dem Jahre 1559 wurde im Jahre 1957 gegen eine neue eingetauscht, sie hat die Tonlage „h“ und wurde auch bei G.Slegers in Tellin gegossen.