„AM EULENSTEIN“ bei Espeler

Es befand sich an dieser Stelle eine Ortsbezeichnung „Am Eilfsstein“ d.h. am Ulfstein und nun wissen wir woher der romantische Eulenstein am Wege von Espelermühle nach Oudler herkommt.  Er hat mit Eulen nichts zu schaffen und hat seinen Namen vom „Ulfbach“.

Wenn man von Oudler nach Thommen fahrend die Straße verlässt und linkerhand einem Feldweg folgt, gelangt man auf eine Anhöhe, von der aus man eine herrliche Aussicht über Hügel und Täler genießt.  Durchquert man auf Fahrwegen Äcker und Wiesen, kommt man an eine Baumgruppe, deren Erhalt einem Landwirten zu verdanken ist, der dem Trend der Flurbereinigung trotzt und sich die Mühe macht, Schlepper und Pflug um dieses „Hindernis“ herumzumanövrieren.

Die anschließenden Weiden grenzen an eine Fichtenwaldung und hat man die erst hinter sich, dann steht man vor einer Naturschönheit von rarem Wert.  Der „Eulenstein“  und auf dem felsigen Abhang wachsen verknorpelte Eichen wild durcheinander. Der „Eulenstein“ ist ein einzigartiges Naturgebilde unserer Gegend und befindet sich unter Denkmalschutz.
Ein lohnendes Ausflugsziel für Naturfreunde.
Unsere Ortschaften sind reich an Sagen, die Jahrhunderte lang mündlich überliefert wurden.  Eine dieser recht unglaublichen Geschichten soll sich in diesem Waldgebiet dem sogenannten „Eulenstein“, zugetragen haben.  Ein Handwerker aus Reuland war abends nach getaner Arbeit zu Fuß auf dem Heimweg.  Seine Werkzeuge trug er in einem geflochtenen Korb auf dem Rücken.  Als er zwischen Espeler und Oudler den Wald erreichte, sah er vor sich ein weinendes Wickelkind am Boden liegen.  
Er hatte Mitleid und beschloss, es seinem Schicksal nicht zu überlassen.  Da es ihm so am bequemsten schien, legte er das Kind in seinen Tragekorb und setzte seinen Fußmarsch fort.  Doch die Last auf seinem Rücken wurde ständig schwerer, so dass er sie schon bald nicht mehr tragen konnte.  Er setzte den Korb ab, und als er den Deckel öffnete um nach dem Findelkind zu sehen, erlebte er eine böse Überraschung.  Statt des Säuglings fand er eine Hexe, die sofort zum Angriff überging.  Mit Müh und Not konnte der Mann sich befreien und musste, arg zerschunden, um sein Leben laufen.  Ob der Mensch des zwanzigsten Jahrhunderts noch an dergleichen Spuk und Hexentanz glaubt, ist wohl fraglich.  An was glaubt er ganz bestimmt : an die Schönheit unserer Landschaften und an die Tatsache, dass wir diese brauchen.