Legendärer „STEINEMANN“

Der „Steinemann“, unweit von Espeler liegt etwas abseits in einem ausgedehnten Waldstück die altehrwürdige Hubertuskapelle und sie wurde vor 120 Jahren infolge eines privaten Gelöbnisses errichtet und sie war vor allem aus dem historischen Pilgerweg aus dem Rheinland nach Saint-Hubert immer wieder Anlaufstelle.

Der „Steinmann“ ziert die Fahne des Musikvereins. 
Die Kapelle wurde durch den Espeler Einwohner THEISS-BREUER Johann im Jahr 1882 als Dank für die ihm erwiesene „Gottesgnade“ einem gelungenen chirurgischen Eingriff an seiner Gemahlin, fertiggestellt.    Frau Margarethe THEISS-BREUER hatte gesundheitliche Probleme und musste sich für die damaligen Verhältnisse einer schweren Operation unterziehen.

Seit Altersher hat dieser Landstrich die Gemüter und Historiker und Ahnenforscher geweckt und so ist es nicht verwunderlich, dass in der Nähe der Kapelle im Laufe der Zeit immer wieder römische Funde gemacht wurden, da diese Gegend von römischen oder sogar vorrömischen Straßen durchzogen wurde.

„STEINEMANN“ Bedeutung des Namens.

Nach der Deutung von Heinrich Dittmaier in seinem Buch „Rheinische Flurnamen“ bezeichnet der „Steinemann“ entweder eine steinerne Heiligenfigur am Wegesrande oder aber den Fundort, wo eine Leiche entdeckt worden war.  Die Passanten warfen schließlich einen Stein, so dass sich nach kurzer Zeit ein regelrechter Steinhaufen bildete. 
Bei Espeler war es jedenfalls ein vorgeschichtliches Grab, auf das Hubertuspilger auf ihrem Weg nach Saint-Hubert in den Ardennen Steine warfen.

Ab 1812 war es ein Holzkreuz, dass diesen Wallfahrtsort zierte und 1848 wurde es durch ein in Rechter Schiefer gehaltenes Steinkreuz ersetzt, welches das Bild des hl. Hubertus trug. 
Dieses Holzkreuz wurde nach dem Bau der eigentlichen Kapelle durch Herrn Johann THEISS-BREUER im Jahre 1882 an der Turmmauer aufgestellt verschwand jedoch leider vor einigen Jahren spurlos.

Auf den Spuren eines alten Kerpener Maibrauches :
Die Fußwallfahrt von Kerpen zur Grabeskirche des heiligen Saint-Hubert.

Als Patron der Kirche zu Espeler wird der heilige Wallerich verehrt.  
Er lebte um die Wende des 6. Jahrhunderts als Mönch in Frankreich und später als Abt der von ihm gegründeten Abtei „S. Vallery“ in Nordfrankreich und starb 622 eines heiligen Todes.

Die alte Kerpener Pilgerfahrt nach dem 166 Kilometer entfernten St.Hubert in den Ardennen fand früher alljährlich im Anschluss an die Bitt-Tage vor Pfingsten statt und dauerte insgesamt 9 Tage, je 4 für den Hin- und Rückweg und ein Ruhetag.
Mittwochs vor Christi Himmelfahrt, frühmorgens um 6 Uhr machten sich die Pilger von Kerpen aus auf die beschwerliche Reise, die über Zülpich, Büllingen nach Buret führte.  Ein Weg von etwa 23 km legten die Pilger zurück und in Zülpich wurde übernachtet.  Am zweiten Tag nahmen die Pilger in aller Frühe an einer Christi-Himmelfahrtsmesse teil und dann zogen sie weiter nach Büllingen, insgesamt 54,3 km am zweiten Tag.  Am dritten Tag führte der Weg nach Südsüdwest über die Vennhöhen nach Amel und St.Vith.  Über den kleinen Ort genannt Schirm ging es über Thommen schließlich nach Espeler.  Auf dem Weg zum sogenannten „Steinemann“, einen Rundhügel, der allmählich ansteigend 127 Meter höher aufragt und droben einen weiten Ausblick gewährt, wahrten die Pilger einen ur- und eigentümlichen Brauch zu guten Ruf und Ansehen ihrer Heimat in der Ferne : sie erschwerten sich den Aufstieg, indem sie Schieferplatten die Anhöhe hinauftrugen und oben an einem Kreuz zu Ehren des hl. Hubertus niederlegten, das auf einer Mauer aus solchen Votivsteinen stand.  Diesem Brauch lag ursprünglich wohl der Wunsch zugrunde, irgendwelche edle Stifter oder Gemeinschaften möchten aus den angehäuften Steinen dem
hl. Hubertus eine Kapelle erbauen, was inzwischen auch längst geschehen ist.  Dieser Pilgertag endete in Buret.  Am vierten Tag führte der Weg der Pilger über Bastogne nach St.Hubert wo der sakramentale Segen den feierlichen Einzug beendete.  In der heutigen Zeit ist diese Pilgerfahrt und auch der steinerne Brauch in Vergessenheit geraten, während es aber nach wie vor innige Bande zwischen dem niederrheinischen Kerpen und dem Ardennerstädtchen Saint-Hubert gibt.