Hügelgräber und Galgenstätte bei Alster

Die Wanderung führt zu einigen markanten Bodendenkmälern.
Im Jahre 1863 berichtete J. Freudenberg, Mitglied des Vereins der Altertumsfreunde im Rheinland, dass sich „auf einer hochgelegenen Heide, der sog. Mertesheide, welche der Kirche zu Reuland gehört, sechs Erdhügel erheben, welche 1862 durch Zufall aufgedeckt wurden.  Die Anordnung der sechs Hügel habe einem rechtwinkligen, gleichschenkeligen Dreieck entsprochen.  Bormann berichtet, dass mehrere Hügel bereits im Jahre 1834 auf Koller eingeebnet worden seien.  Ziegel, Asche, Mauerwerk sowie eine eiserne Platte seien dabei im Boden verblieben.  Die Hügel auf Mertesheide wurden im April 1863 auf Initiative der Königlichen Regierung zu Aachen, unter der Leitung von Regierungs- und Baurath Krafft, aufgedeckt.  Die hier gemachten Funde können als sehr beachtlich eingestuft werden : In einem Hügel (Nr.2) fand man einen sehr sorgsam angefertigten Doppelbecher aus heller Bronze, der mit Silber überzogen schien und mit einfachen Verzierungen versehen war.  Auch fanden sich Steinsärge (mit Deckel) aus rotem Sandstein, Knochenreste, Urnenscherben und ein grünliches Glasgefäß.  In zwei anderen Gräbern (Nr.1 und 5) entdeckte man aufrecht stehende Schieferplatten, in dem sich ein noch z.T. erhaltenes Skelett befand.  In einem weiteren Grab (Nr.6) fand sich ein Schädel mit Wirbelknochen ; an dem Schädel klebten noch Haarteile.  Einige an der Ausgrabung beteiligte Personen konnten berichten, dass laut Überlieferung ihrer Vorfahren an dieser Stelle der Galgen des Hochgerichts Reuland gestanden habe und dass zuletzt ein des Kindsmordes angeklagtes Mädchen hier enthauptet worden sei.  
Der Fund in Grab Nr.6 könnte somit eine Erklärung gefunden haben.  
Die Hügel bestanden aus Lehm und die Einwohner der Umgegend benutzten diesen für ihre Zwecke, so dass die Hügel mehr und mehr abgetragen wurden.  In den 1960er Jahren waren noch beträchtliche Bodenerhebungen zu sehen, doch mittlerweile finden sich keine Spuren mehr von diesen Zeugen früher Besiedlung, die laut Bernhard Willems während der römischen Herrschaft entstanden sein dürften, in einer Zeit des Übergangs zwischen Brandgräber –und Skelettgräberbestattung.

Gerichts- oder Jahrgedingsstätten befanden sich oft in der Nähe von Hünengräbern.  Der Galgen der Herrschaft Reuland hat also auch hier gestanden, wie Pfahlreste in unmittelbarer Nähe des 1. Hügels belegen, die anlässlich der o.e. Ausgrabungen auch gefunden wurden.  
Der Galgen war das nach allen Seiten weithin sichtbare Zeichen der Gerichtshoheit.  So wie im Hof Thommen befand er sich auch hier an einer exponierten Stelle.  Die Gerichtsbarkeit oblag dem Schultheissen und den Schöffen der Herrschaft Reuland, die aus dem karolingischen Königshof Thommen hervorgegangen war.  Schon vor 1182 waren die Reuländer Lehnsherren der Grafen von Luxemburg.  Die Herren von Reuland (Ursprung unbekannt) waren auch Herren des Hofes Thommen (zu Beginn alleinige, später dann Mitherr).  Die Herrschaft Reuland umfasste die Orte Reuland, Lascheid, Beiler, Lommersweiler, Ourthe, Wathermal sowie die Höfte Holler und Asselborn (teilweise).  
Laut Reuländer Schöffenweistum vom Jahre 1586 praktizierten die Thommener und die Reuländer Gerichtsherren eine getrennte Gerichtsbarkeit.  Die Thommener Meier führten ihren Verdächtigen vor der Verhandlung nach Reuland ins Burggefängnis, wo er durch die Reuländer Herren einer 6wöchigen Untersuchungsprozedur unterzogen wurde.  Anschließend holten die Thommener Hofleute den Beklagten zwischen Wenzelbach und Kollerbach („zu Koller uf dem Stein“) ab und führten ihn zur Urteilsvollstreckung in ihren Amtsbereich.  
Vorher zahlten sie noch die Unterbringungskosten an die Reuländer.

In den Distrikten „Kollerwinkel“ und „Kleine Hardt“ befinden sich heute noch Hügelgräber, die auch im Ausgrabungsbericht von 1863 Erwähnung finden.  Hier fand man jedoch nur zerstreute Brandspuren und Scherben von rohen Gefäßen.  Diese Stelle war wohl schon früher durchsucht worden.  Dicht an den Hügeln vom Kollerwinkel führt ein alter Weg (heute Waldschneide) vorbei, der bei Neubrück in die Aachen-Luxemburger Straße mündete und zwischen Gahlhausen und Grüfflingen den Distrikt „Wäffgen“, in dem ein Dorf gestanden hat, in der Mitte durchschneidet.