Das Dorfschulleben - Ein bißchen Geschichte

Erstmals wird die Schule Maldingen 1876 offiziell erwähnt.  
Der Unterricht wurde im Winter am Mittwoch –und Samstagmorgen von 10 bis 14 Uhr erteilt und im Sommer am Dienstag –und Freitagnachmittag von 13 bis 14 Uhr und in Maldingen gab es in diesem Jahr 45 schulpflichtige Kinder.
1902 bis 1904 war Unterricht von 08.30 bis 11.30 Uhr.  
Damals herrschte ein allgemeiner Mangel an ausgebildeten Lehrern, die wohl nicht gerne in unsere abgelegene Gegend kamen, daher auch der häufige Lehrerwechsel.
Zu Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Unterricht größtenteils durch die Seelsorger in einem Rektoratgebäude erteilt.  Die Schule war eine Tochter der Kirche.  Dieser Unterricht war nur auf Wesentliche beschränkt und sehr lückenhaft.
Bis zum Jahre 1825 war es vor allem die Kirche, die sich des Unterrichtens und Belehrens der Jugend annahm.  Der Vikar (=junge Geistliche als Gehilfen des Pfarrers) las schon am frühen Morgen die hl. Messe, er war Kirchendiener, Küster, Glöckner und Lehrer.  Er hielt am Sonntagnachmittag die Christenlehre jedoch die Beichte durfte er nicht hören.
Man kann jedoch den Unterricht von damals nicht mit dem heutigen vergleichen, denn es bestand kein Schulzwang und nur in den Wintermonaten wurde unterrichtet so kam es das viele ihre eigenen Namen nicht schreiben konnten und so machten sie als Unterschrift nur ein Kreuzchen.  Der Katechismus war das einzigste gedruckte Buch.  Während der Franzosenzeit wurden Priester verfolgt und Schulen waren größtenteils geschlossen.
Nachdem unser Gebiet durch den Wiener Kongress (1815) preußisch geworden war wurde der Schulunterricht stetig besser.   Preußen ordnete die Gründung von Lehrerseminaren an.
Die ersten diplomierten Lehrer kamen allmählich doch wurde noch sehr wenig in der Schule gelernt : überbevölkerte Klassen, keine Bücher und kein Schulmaterial.
Im Jahre 1825 wurde die Schulpflicht vom 6. bis zum 14. Lebensjahr eingeführt.
Dieses Gesetz wurde in unserer ländlichen Gegend noch viele Jahre unbeachtet : weiter Schulweg, nur 1 Schule pro Pfarrei und Hüten des Viehs.
Diese verworrene Lage änderte sich erst 1872 als der „preußische Staat“ Aufgabe und Ziel der Volksschule neu ordnete.  Helle Klassenräume ausgestattet mit Bänken, Schultafel mit Gestell und Schrank und in Maldingen waren in den verschiedenen Jahren bis zu 60 Schulkinder vom 1. bis zum 8. Schuljahre in einem Zimmer zusammengepfercht.  Der Rutenstock war an der Tagesordnung.   Gelehrt wurden : Rechnen, Schönschrift, Lesen, Aufsatz und Religion.
Ab 1920 wurde das belgische Schulsystem eingeführt und die meisten reichsdeutschen Lehrer wurden entlassen und so kamen Lehrer aus der Gegend von Altbelgien und Luxemburg, die der deutschen Sprache kaum mächtig waren in unsere Dörfer und somit wurde das Erlernen der französischen Sprache gefördert.  Während des 2. Weltkrieges flüchteten die meisten Lehrer vor der deutschen Besatzungsmacht und der Schulbetrieb wurde größtenteils eingestellt.
Lehrer, die während dieser Zeit Unterricht erteilt hatten, wurden nach dem Kriege von den belgischen Behörden entlassen.  1945 herrschte somit wieder Mangel an deutschsprachigen Lehrern und der Ersatz wurde wiederum in Altbelgien und der Provinz Luxemburg gesucht.  Im Jahre 1963 wurden die Sprachengesetze verabschiedet und 1966 die Sprachengrenzen festgelegt.  Somit ist der Gebrauch der deutschen Sprache in der Verwaltung geregelt.
Durch das Gesetz vom 29. Juli 1983 wurde die Schulpflicht verlängert bis zum 18. Lebensjahr.