Brotbacken wie zu Oma's Zeiten bei Familie MÖLTER Karl in Maspelt

 

Alle 8 Wochen bäckt Herr Karl MÖLTER noch bis zu 15 Brote in seinem hauseigenen Steinbackofen, der noch aus dem 18 Jhdt stammt.

Das alte Bauernhaus liegt auf einem gut gepflasterten Hof hin geöffnet, weiß verputzt, niedrig, wenig tief und besonders lang unter einem Eternitsatteldach.

Das Haus ist noch genau wie früher erhalten geblieben. Es besteht aus einer kleinen Küche in der sich auch der Backofen befindet, dahinter sofort die Küchenkammer. Daneben findet man die Stube und gleich dabei die Stubenkammer.

Herr MÖLTER Karl kam in früheren Jahren als Knecht hier in dieses Haus und damals wurde noch jede Woche frisches Brot gebacken.

Er half immer bei dieser Arbeit und so hat er diesen Brauch auch noch bis zum heutigen Tage aufrecht erhalten.

Früher wurde das Brot mit Sauerteig hergestellt, doch da Herr Mölter Karl nur alle 8 Wochen frisches Brot bäckt arbeitet er mit Krümelteig. Der Sauerteig als Brotbackbasis hält sich nur begrenzt und hinterlässt einen leicht säuerlichen Geschmack.

Nach dem Brotbacken sammelt er alle Teigkrümel, die übrig bleiben und verpackt sie in eine kleine Plastiktüte, die er dann an einem trockenen Ort aufbewahrt. Diese Krümel bleiben bis zum nächsten Backtermin frisch und hinzu kommt, dass das Brot somit milder im Geschmack ist.

Am Backtag macht sich das Ehepaar Mölter früh an die Arbeit.

Zuerst wird der Brotteig gekneten.

Zutaten : Roggenmehl, Wasser, Hefe und Salz.

Der Backofen muss vorgeheizt werden und zwar mit Eichenholz.

Das Eichenholz hat zwei Vorteile, erstens wärmt es den Ofen sehr gut und zweitens gibt es dem Brot einen herrlichen Geschmack.

Der fertige Teig wird in Formen hineingelegt und kommt dann in eine mit Frigolitplatten isolierte Holzkiste und ruht jetzt für +/- 1 1/2 Stunde. Mölter Karl legt einen laufenden Fön mit in die Kiste damit der Teig die optimale Temperatur behält und so wunderbar aufgehen kann.
Der Backofen wird in der Zwischenzeit mit dem Eichenholz gut vorgewärmt und Herr Mölter Karl verschiebt die Glut mit Hilfe eines Holzschiebers innerhalb des Ofens, denn nur so wird er auf allen Stellen gleichmäßig warm.

Wenn der Ofen gut erwärmt ist wird die Glut im Ofen mit einem Birkenbesen nochmals hin und her geschoben und fällt dann vorne in eine Vertiefung. Jetzt testet Herr Mölter Karl ob der Ofen die optimale Backtemepratur hat und dazu steckt ein Stückchen Zeitungspapier auf den Backschieber und fährt mehrere Male im Backofen herum.

Brennt die Zeitung ist der Ofen noch zu heiß. Früher wurde dieser Test mit Ähren durchgefüht.

Einzeln werden die Brote in den Backofen hineingeschoben und jedes einzelne wird gesegnet.
Sind alle Brote im Ofen wird die Tür verschlossen und das Brot backt für +/- 1 gute Stunde.
Ein wunderbar herrlicher Duft kommt uns aus der Backstube entgegen und das fertige Brot kann herausgenommen werden.

Wenn das Brot ganz frisch aus dem Ofen kommt reibt Frau Mölter alle einzeln mit einem feuchten Lappen ab, so bleiben keine klebrigen Mehlreste auf der Kruste und die Kruste wird noch krosser.
Die fertigen Brote werden zum Auskühlen auf die Fensterbank hingelegt.

Bericht und Fotos : OESTGES Monique

An dieser Stelle herzlichen Dank an das Ehepaar MÖLTER aus Maspelt für den herzlichen Empfang.