Die Kirche

Am Eingang der Kirche steht: "Heiliger Martgrer Donatus befreie uns von allem Ungewitter" M.K.

Die im Jahre 1736 errichtete Kapelle gehörte zur Pfarre Thommen;
auf Wunsch der Bewohner kam sie im Jahre 1803 zur Pfarre Reuland.>

Im Jahre 1871 notdürftig wiederhergestellt, wurde sie im Jahre 1930 durch einen Neubau ersetzt.  Sie war ein bescheidener Bruchsteinbau mit dreiseitigem Altarraum und vierseitigem Dachreiter über der Westfront.

Der alte Altar jetzt in der neuen Kirche zeigt barocken Säulenaufbau mit geschnitzten Wangenbrettern und derben Holzfiguren der Heiligen Rosa von Lima und Hilarius in Muschelnische, im Giebel eine Pieta.
Die Einweihung der neuen Kirche fand am 14. Januar 1932 durch Herrn Pfarrer Cordewener am Hilariusfest statt.

Donatus kehrte heim

Die kleine Pfarrgemeinde Maspelt feierte am 16.09.2007 zusammen mit der Dorfkirmes ihr Kirchweihfest. Grund genug, um alle Freunde und Bekannte zu einer Dankesmesse einzuladen, bei der auch die neue Statue des Heiligen Donatus feierlich eingeweiht wurde.

Pfarrer Ludwig Hilgers zeigte sich zufrieden und stolz zugleich, in Maspelt eine intakte Glaubensgemeinschaft betreuen zu dürfen, die ihre Kirche als Haus der Gemeinschaft und der dörflichen Identifizierung verstehe.

»Wir haben unsere Kirche selbst geplant und gebaut, sie macht einen Teil unseres Lebens aus«, skizzierte der Geistliche in seiner Festpredigt. Dabei blickt die Pfarrtätigkeit in Maspelt auf eine Jahrhunderte lange Tradition zurück. Bereits im Jahre 1736 wurde in Maspelt eine kleine Kapelle errichtet, die die bescheidenen Ausmaße von 9,30 x 5,25 Metern aufwies und lediglich einen kleinen Dachreiter besaß. Den Messdienst übernahm ein in Thommen wohnender Pastor.

Kirchweihfest und Segnung der neuen Donatus-Statue in Maspelt

Nach den Wirren der Französischen Revolution wurde Maspelt im Jahre 1803 schließlich der Pfarre Burg-Reuland zugeordnet. Die Kapelle befand damals jedoch in einem mehr als desolaten Zustand, so dass die Dorfbewohner 1870 eine grundlegende Renovierung ins Auge fassten.

 

Neubau 1930

Diese Renovierung war jedoch nicht von Erfolg gekennzeichnet, da die Grundmauern immer mehr verfielen, was eine Komplettsanierung schier unmöglich machte. Im Zuge der Kirchenneubauten zwischen den beiden Weltkriegen beschlossen nun auch die Maspelter einen Neubau. 1930 wurde diese neue schmucke Kirche eingeweiht.

Einzige Überbleibsel aus der altehrwürdigen Kapelle sind der imposante Hochaltar sowie die beiden Heiligenfiguren der Schutzpatrone Rosa und Hilarius. Die Glocke der Kapelle wurde nach Hemmeres gebracht, wo sie noch heute treu und redlich ihren Dienst verrichtet. Die neue Kirche erhielt 1932 zwei neue Glocken, die von der Dorfgemeinde durch einen Spendenbetrag von damals 13150 F angekauft wurden.

Die große 230-kg-Glocke gilt seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen, während die kleinere 115-kg-Glocke nach wie vor die Gläubigen zur Messfeiern einlädt. 1952 wurde darüber hinaus die 1943 von deutschen Truppen beschlagnahmte Glocke durch eine neue ersetzt. »Stets wurde an der Kirche gebaut, renoviert und repariert, so dass jeder Dorfbewohner das Gotteshaus in sein Herz geschlossen hat und als wichtigstes Baudenkmal Maspelts schätzt«, so Ludwig Hilger.

Spendenfreudigkeit

Nun lag der Gedanke nahe, die im vergangenen Jahr zerstörte Donatus-Statue ebenfalls zu ersetzen. »Die Donatus-Anbetung in Maspelt blickt auf eine lange Tradition zurück, so dass viele Menschen traurig waren, als die Statue im vergangenen Jahr nach einem Gewitter zerbrochen am Boden lag. Schnell fand sich ein Komitee, das den Ankauf einer neuen Statue ins Auge fasste«, erklärte Hilger.

Die Statue, die in Norditalien handwerklich geschnitzt wurde, ist bereits seit Juli in Maspelt und wurde bislang »versteckt und bewacht«. »Wir beabsichtigen den Bau eines kleinen Schutzdaches mit einer speziellen, UV-Strahlen absorbierenden Scheibe, damit die 90 cm hohe Holzfigur auch in den kommenden Jahren in farblicher Brillanz bewundert werden kann«, so Hilger bei der Vorstellung. Zur Finanzierung gingen Spenden von insgesamt 4400 Euro ein.

Die Statue schlug mit 3200 Euro zu Buche, so dass dieses Projekt ohne jegliche öffentliche Zuwendungen realisiert werden konnte. »Jeder Einzelne hat dazu beigetragen, dass wir unseren Donatus erneut in Maspelt anbeten können. Das zeigt, dass unsere Dorfkirche Heimat für viele im Geiste und im Wirken von Christus ist«, erklärte der Geistliche abschließend.

Die Messe und die anschließende Segnung der Statue wurden vom Kirchenchor St.Hilarius Maspelt-Bracht unter der Leitung von Paul Michaelis gesanglich untermalt, bevor sich die gesamte Dorfgemeinde zu einem zwanglosen Umtrunk im Dorfcafé Reuten versammelte.

Die Glocken

Im Turm der alten Kirche hing ein bescheidenes Glöckchen, das aus dem Jahre 1820 stammt, von Chrisanius Zimmermann gegossen worden war und nicht zum Neubau passte.  
Heute befindet es sich im Turm der Kapelle von Hemmeres.
Man beschloss zwei neue Glocken in Auftrag zu geben ; ein stattlicher Betrag von 13.150BFr. wurde an Spenden aufgebracht.  
Rektor Heuser von Bracht und Maspelt hat sich für die Neuanschaffung sehr eingesetzt.  Er war jahrelang in Brasilien als Missionar tätig gewesen und hielt sich nun zur Erholung in Bracht auf.  
Obschon er selbst arm wie eine Kirchenmaus war, verstand er es zu organisieren und konnte alle seine Pläne zu Ende führen.
Der 29. Juni 1932 war der große Tag, an dem der Reuländer Pfarrer zwei neue Glocken einweihen konnte, die bei Slegers in Tellin gegossen worden waren.
Die größere hatte einen Durchmesser von 75cm und ein Gewicht von 230kg und dem Kirchenpatron St. Hilarius geweiht.
Die andere Glocke hatte einen Durchmesser von 60cm, ein Gewicht von 115kg und ist der Hl. Rosa geweiht.  
Auf ihr steht zu lesen : "ROSA HAT MAN MICH GENANNT – BIN ICH AUCH AUS FERNEM LAND – SO DOCH WOHL BEKANNT – FÜR BUSS UND GEBET – EUCH OFT ALS VORBILD HINGESTELLT."
Diese Glocke blieb erhalten während die große Glocke im 2. Weltkrieg abgegeben werden musste und verschollen blieb.  
Für die im Jahre 1943 beschlagnahmte Glocke wurde 1952 bei G. Slegers in Tellin eine neue gegossen.  Sie hat einen Durchmesser von 80cm, eine Höhe von 70cm und trägt die Aufschrift : "HILARIUS HEISS ICH – DEN GLAUBEN PREIS ICH – DIE HOFFNUNG STÄRKE ICH – DIE LIEBE WECKE ICH".
Seit dem Jahre 1973 besitzt die Kirche ein elektrisches Geläute.

Im Jahre 1935 wurde in Maspelt ein eigener Friedhof angelegt und am 01. November 1937 wurde er offiziell eingeweiht.

(GRENZ-ECHO vom 18.09.2007 Bilder und Bericht von Gerd HENNEN)