Der Rittersprung

Es war einmal....  ein Raubritter, der sich in die Gemahlin des Ritters von Ouren verliebte.  Der Raubritter heckte somit einen Plan aus, durch den er die hübsche Rittersgattin für sich gewinnen konnte.  Sein Entschluss stand fest : Die Geliebte in Ouren gehört dir – und ein Fluchtplan wurde ausgearbeitet.  Um einer eventuellen Verfolgung vorzubeugen wurde das Ross neu beschlagen, wobei die Hufeisen, um die Verfolger irrezuführen, in die verkehrte Richtung aufgesetzt wurden, so dass die hinterbliebene Spur genau in die entgegengesetzte Richtung führte.

Auf einem Fest verabredete sich der verliebte Raubritter mit der Gemahlin seines Nebenbuhlers.  Wie verabredet trafen sich der Ritter und die Gnädigste von Ouren in der Dämmerung am Fluss der Burg in Ouren.  Er hob die Geliebte auf sei Ross und eilte davon.  Im Dämmerschein wurde die Flucht schnell bemerkt und die Verfolgung in einer wilden Jagd aufgenommen.  Man hörte deutlich den Reiter mit den neuen Hufeisen über Steine und Felsen flüchten, und da auf dem Felsen seine Hufeisen keine Spur hinterließen, wurden sie eingeholt auf dem Hügel längs der Our.  Da die Gefangennahme seinen sicheren Tod bedeutete hätte, gab der mutige Ritter seinem Pferd die Sporen und stürzte sich mit seiner hübschen Begleiterin in die Our. Es war ein gewaltiger Sprung von der Spitze des Felsens bis in den Fluss im Tal.  Beide überlebten wie durch ein Wunder.  Die Fluten der Our sorgten für eine mehr oder weniger sanfte Landung, und wenn sich auch das treue Ross seine Beine brach, auf jeden Fall waren Reiter und Reiterin gerettet.  Der heutige Weg „Am Rittersprung“ existierte damals noch nicht, man fuhr durch die Our hin und her am Tal entlang – von Stoubach bis Ouren durchquerte man die Our siebenmal.

Heute kann man im Felsen eingemeißelt lesen „Fili Die terogamus audi nos“, d.h. „Sohn Gottes wir bitten Dich, erhöre uns“.

Der Raubritter gelobte aus Dankbarkeit, an der Stelle seines „Rittersprungs“ eine Kapelle zu errichten.  
Da er sein Gelöbnis nicht einlöste, wurde er später vom Blitz erschlagen.