Die Heinskill-Mühle in Ouren

Im Tale der Kyll gab es eine Mühle, welche Korn zu Mehl mahlte und schon damals das Mehl zum täglichen Brot hergab.  
Diese Mühle am Wasserlauf der Kyll mag dem „Heinrich von der Kyll“ gehört haben und im Laufe der Zeit so wie sich dem Gesetze der Zeit gemäß alles verändert und vollzieht, hat sich aus dem Heinrich von der Kyll der Name „Heinskyll“ gebildet.  Ein Name, der also typisch für unsere Heimat spricht.  Was so manchen von Anfang an bei diesem Namen faszinierte war nicht nur das Erbgut in der Deutung dieses Namens sondern auch dieses von Geschlecht und Generation zu Generation vererbte Gewerbe.
Es sind Müller wie schon ihre Vorfahren vorbildliche Müller waren.  Friedrich Heinskyll hielt es Ende 1700 nicht mehr im Tale der Kyll aus und so zog er flussabwärts und gelangte ins Tal der Our und ließ sich dort nieder.  Ouren, welches als landschaftliches Kleinod, wohlgeborgen im Ourtale liegt hat bis zum heutigen Tage schon längst seine landwirtschaftlichen Reize dem gierigen Auge des Fremden für Naturschönheiten preisgeben müssen.  War es damals auch schon nicht das Dorf, welches als Dreiländerpunkt von sich reden machte, besaß es doch seine Burg, einige strohgedeckte Häuser und die kleine Peterskirche, welche auch heute noch dem Gottesfürchtigen mit seiner Schlichtheit und ermahnenden Stille, einen Hauch der vergangenen Zeit spüren lässt.

Unweit der Peterskirche, einige 100 Meter talaufwärts stand eine alte Lohmühle. Sind die Berghänge auch heute noch von zahlreichem Eichenholz bestanden,  so lieferte dieser Eichenbestand vor etwa 150 Jahren einen begehrten Rohstoff für die Lederindustrie.  
Die Eichenrinde wurde zu Lohe verarbeitet und wurde in einer Lohmühle am Schiebach gemahlen. Friedrich Heinskill erstand die Lohmühle und im Jahre 1613 baute er die Mühle um und nun trieb das Wasser des Schiebachs das große Wasserrad einer Getreidemühle.  Damals war der Ackerbau noch sehr geschätzt, besonders das nahe gelegene luxemburgische Land erwies sich als Kornkammer für die Heinskillmühle.  Nicht nur Korn, Hafer und Gerste wurden hier zu Mehl gemahlen sondern auch Buchweizen.

Noch heute erzählen sich die alten Eifeler froh von ihrem „Kneddele“.  Ein Teig, der aus dem Buchweizenmehl hergestellt wurde, so zäh, dass man ihn schneiden konnte.  Die Buchweizenknödel im Plattdeutschen „Kneddele“ genannt wurden in der Pfanne mit viel Speck gebraten.  Manche Familien haben diesen Brauch bis auf den heutigen Tag erhalten.  So wie die Lebensweise unserer Eifelbevölkerung sich verändert hat, so ist im Laufe der Zeit die Aussaat des Buchweizens sehr zurückgegangen.  Durch diese Umstände gezwungen, ist in den letzten Jahren Buchweizen eingeführt worden.  Es handelt sich bei dieser importierten Getreideart um Silberbuchweizen.
Die Heinskill-Mühle in Ouren ist noch heute in Familienbesitz und es wird noch Hirsebuchweizen in kleinen Mengen vermahlen jedoch wird in einigen Jahren diese Eifeler Spezialität nicht mehr vorhanden sein, da fast kein Saatgut des Hirsebuchweizen mehr aufzutreiben ist.