Wie kann ich an Projekten und Aktionen teilnehmen?

Sie möchten sich an der Durchführung des Programms zur Ländlichen Entwicklung beteiligen oder sind an einem bestimmten Projekt interessiert? Dann melden Sie sich bei Christian REUTER (Projektbegleitung).

Projektbeispiele des KPLE der Gemeinde Burg-Reuland

Dorfwettbewerb 2013

Projekt Nr. 3.5.2. Einrichtung eines Radwanderweges auf der ehemaligen Eisenbahnlinie 47

Wird 2 Zielsetzungen des KPLE gerecht:

  • Verbesserung der Mobilität für schwache Verkehrsteilnehmer: Verbindung zwischen mehreren Ortschaften für Fussgänger und Radfahrer
  • Ergänzung des touristischen Angebots mit absehbaren positiven Auswirkungen für Horeca-Sektor der Gemeinde

Projekt Nr. 1.2.1. Inwertsetzung von Elementen des kleinen Kulturerbes (Wegekreuze, Dorftränken, Grenzsteine usw.)

Mit Unterstützung der DG von Einwohnern verschiedener Ortschaften in
Angriff genommen

Wird 2 Zielsetzungen des KPLE gerecht:

  • Inwertsetzung des Natur- und Kulturerbes
  • Aufwertung des Dorfbildes

Projekt Nr. 7.1.1. Begrünungsaktionen in verschiedenen Ortschaften

Projektrealisierungen in Braunlauf, Dürler, Auel, Bracht, Aldringen, Maspelt, …
Wird 3 Zielsetzungen des KPLE gerecht:

  • Inwertsetzung des Natur- und Kulturerbes
  • Aufwertung des Dorfbildes
  • Erhöhung der biologischen Vielfalt (Bepflanzung mit heimischen Arten)

Projekt Nr. 6.2.1. Einrichtung eines Dorfhauses in der alten Schule von Grüfflingen

Wird 4 Zielsetzungen des KPLE gerecht:

  • Neue Zweckbestimmung für unbenutzte Gebäude
  • Erhaltung von kulturhistorischem Bauerbe
  • Aufwertung des Dorfbildes
  • Schaffung einer Begegnungsmöglichkeit für Einwohner

Projekt Nr. 6.2.6. Renovierung des Kulturhauses in Reuland

Wird 2 Zielsetzungen des KPLE gerecht:

  • Erhaltung von kulturhistorischem Bauerbe
  • Schaffung einer Begegnungsmöglichkeit für Einwohner

Projekt Nr. 7.1.1. Schaffung eines Dorfplatzes und Neugestaltung der Kreuzung in Oudler

Wird 3 Zielsetzungen des KPLE gerecht:

  • Aufwertung des Dorfbildes
  • Schaffung einer Begegnungsmöglichkeit für Einwohner
  • Verbesserung der Verkehrssicherheit

Projekt Nr. 6.2.2. Einrichtung eines Dorfhauses und von zwei Übergangswohnungen in der alten Schule von Thommen

Stand der Planung: Projekt vom Minister der WR genehmigt
Nächster Schritt: öffentliche Ausschreibung des Projekts
Wird 5 Zielsetzungen des KPLE gerecht:

  • Neue Zweckbestimmung für unbenutzte Gebäude
  • Erhaltung von kulturhistorischem Bauerbe
  • Schaffung einer Begegnungsmöglichkeit für Einwohner
  • Aufwertung des Dorfbildes
  • Bereitstellung von Wohnraum

Weitere Projektbeispiele:

  • 4.2.1. Gemeindeprämie zur Instandsetzung von Altbausubstanz
  • 3.4.1. Beteiligung an Regionalstrassenplanung (St. Vith – Lux.)
  • 3.5.4. Anlegen einer Rad- und Fussgängerbrücke über die Our bei Auel
  • 1.6.1. Informationsveranstaltung zur Integration landwirtschaftlicher Gebäude in die Landschaft
  • Beteiligung an Aktionen des KNEP-Kommunaler Naturentwicklungsplan: (Förderprogramm der WR zur Erhöhung der Artenvielfalt)
  • Beteiligung an Aktionen des Maya-Plans (Förderprogramm der WR zum Schutz und zur Unterstützung der blütenbestäubenden Insekten)
  • Beteiligung an den Projekten der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) 100 Dörfer – 1 Zukunft (gemäß EU-Förderprogramm ‚LEADER‘ zur Entwicklung des ländlichen Raumes)

Dorfwettbewerb Maldingen

Dorfwettbewerb: Jury machte es sich mit der Entscheidung nicht leicht – Ausschlaggebend war enorme Vereinsaktivität und Reflexion

GrenzEcho vom 18.06.2013 Text von Gerd Hennen

Maldingen

Am Sonntagnachmittag wurde Maldingen zum Sieger des Dorfwettbewerbes 2013 gekürt.
Die zehnköpfige Jury hatte die Entscheidung nach langen Diskussionen getroffen.

Der Sieg und die Platzierungen seien eher zweitrangig, sagte Koordinator Carlo Lejeune. Vielmehr gehe es um eine gezielte und nachhaltige Standortanalyse, durch die die eigentliche Dorfentwicklung ermöglicht werde. „Natürlich ist es wichtig, dass die einzelnen Dorfgruppen und Kommissionen ihre Ortschaft von der Schokoladenseite präsentieren. Doch die Stärken-Schwächen-Analyse deckt so manches Problem auf, das mit vereinten Kräften, Engagement und vor allem Kreativität oft schnell gelöst werden kann.“

Natürlich herrschte in Maldingen am Sonntagnachmittag großer Bahnhof und vor allem große Freude über den Sieg. Der Bezirksleiter der Ländlichen Gilden, Gerd Brüls, brachte es auf den Punkt: „Heute gibt es keine Verlierer, nur Gewinner. Alle Dörfer haben sich hervorragend präsentiert“. Auch habe man bei den sogenannten Wiederholungstätern, die bereits mehrmals am Wettbewerb teilgenommen haben, deutliche Fortschritte in der Dorfentwicklung feststellen können.

Der Juryvorsitzende Dr. Michael Schaloske unterstrich in seinem Fazit ebenfalls die Qualität aller Bewerber und bescheinigte den Akteuren vor Ort eine Reflexion über die Zukunft ihres Dorfes auf beachtlich hohem Niveau. „Wir haben eine deutliche Steigerung in der Qualität der Bewerbungen, aber auch einen ausgeprägten Gemeinsinn feststellen dürfen, der ja für eine erfolgreiche und langfristige Dorfentwicklung unabdingbar ist“, so der Geodät aus Nordrhein-Westfalen. Die Jury habe zudem feststellen können, dass die Teilnehmer den Dorfwettbewerb als wichtigen Impulsgeber für die mittel- und langfristige Dorfentwicklung akzeptiert hätten. „Wir haben deutlich gespürt, dass der kurzfristige Erfolg nicht das Ziel dieser Menschen ist, sondern dass sie sich herausfordern lassen, die weitere gemeinsame Suche nach Zukunft im Dorf in den Vordergrund zu stellen.

Als allgemeines Manko der besuchten Dörfer nannte Dr. Schaloske das nicht veräußerbare freie Bauland. „Wir haben festgestellt, dass unterschwellig über dieses Thema zwar geklagt, aber auf breiter Basis kaum diskutiert wird. Wir möchten anregen, dieses Thema verstärkt in die öffentliche dörfliche Diskussion zu bringen und die Scheu zu überwinden, die Problematik anzusprechen.“

Für Ministerin Isabelle Weykmans stellt der Gemeinsinn in Ostbelgien die Lösung vieler Probleme dar.

Die DG sei zwar in Bezug auf die Dorfentwicklung nicht direkt zuständig, doch sei es wichtig, diese Partizipationskompetenzen auf breiter Ebene zu unterstützen, um die Regionalentwicklung voranzutreiben. Bei möglichen Kompetenzübertragungen der Bereiche Urbanismus und Wohnungsbau an die DG seien die in solchen Wettbewerben und Studien gewonnenen Erkenntnisse sehr wichtig, so Weykmans.

Jakob Thommessen vom Dorfkomitee Maldingen war natürlich glücklich mit der Entscheidung. Seinen Dank sprach er in Reimform aus: „Maldingen: hier zu leben ist es uns wert – dieser Leitspruch hat ich heute bewährt.“ Die Dorfgemeinschaft erkannte auch die große Verantwortung, die dieser Preis mit sich bringt: „Dieser Erfolg ist lediglich ein Etappensieg. Wir stehen nun in der Pflicht, die begonnene Dorfentwicklung mit kleinen Schritten umzusetzen“, so Jakob Thommessen.

Externe Evaluation hat Teilnahme schon lohnend gemacht.

Ähnlich positiv äußerte sich auch Claudine Kohnenmergen-Kalbusch von der Dorfgemeinschaft Lascheid-Richtenberg , die in diesem Jahr zum ersten Mal am Dorfwettbewerb teilnahm, bereits vor der Resultatsverkündung am Sonntag: „Wir haben heute aus berufenem Mund erfahren, dass wir mit unserer Dorfentwicklung auf dem richtigen Weg sind. Die Anmerkungen werden uns sicher weiterbringen. Diese externe Bewertung durch ausgewiesene Experten hat unsere Teilnahme schon lohnend gemacht“.

Bürgermeister Joseph Maraite bezeichnete die teilnehmenden Ortschaften Lascheid/Richtenberg und Maldingen als Paradebeispiele dafür, dass mit Engagement und Zielstrebigkeit eine intakte Dorfgemeinschaft kreiert werden könne.

„Hier sollen sich die übrigen 19 Ortschaften eine Scheibe von abschneiden“. Nach der offiziellen Übergabe der Siegertafel, die fortan am Ortsein- und ausgang auf die Schönheit und Eigenheit Maldingens hinweisen wird, versammelte sich die Festgemeinde im Dorfhaus zu einem gemütlichen Umtrunk.

Preisverteilung im September im Dorf des Siegers

Die Ortschaft Maldingen nahm nach 2011 zum zweiten Mal am Dorfwettbewerb teil und wurde diesmal zum Sieger ernannt. „Es war dieses Mal besonders schwierig, sodass ich Maldingen eher als ersten Gewinner bezeichnen möchte“, stellte Juryvorsitzende Dr. Michael Schaloske klar.

Ausschlaggebend für den Sieg war die enorme Dorfaktivität mit einer beispielhaften Vereinsdichte. Besonders wurde dabei die Koordination zwischen den einzelnen Vereinen deutlich. So werden verschiedene Projekte gemeinschaftlich geplant und durchgeführt.

Die Jury stellte auch ein großes Bürgerengagement in einem beständigen Nachdenken über die Zukunft des eigenen Dorfes fest. Diese kontinuierliche Reflexion sei über Jahre gewachsen und schließlich in ein zukunftsfähiges Konzept eingeflossen. Die seit einigen Jahren praktizierte Stärken-Schwächen-Analyse habe zudem zu einem hohen Problembewusstsein geführt. „Daraus wurde ein Leitbild mit breit gefächerten Zukunftsthemen entwickelt, das in kleinen Schritten umgesetzt wird“, erklärte Dr. Schaloske. Maldingen habe klare Prioritäten mit einem entsprechenden Zeitplan gesetzt ohne sich in der Umsetzung zu verzetteln oder gar das Ziel aus den Augen zu verlieren. Bestes Beispiel sei die Regionalstraße, die als Trennung des Dorfes angesehen wurde und von der Dorfbevölkerung im Konsens mit den zuständigen Behörden thematisiert werden konnte. Eine Kompromisslösung befindet sich in der Ausarbeitung.

Auch habe das Dorfkomitee sich für einen bewussteren Umgang mit dem historischen Erbe eingesetzt.

Eine gesunde dörfliche Wirtschaftskraft ohne Betriebsabwanderungen nach Luxemburg, eine gesicherte Grundversorgung vor Ort sowie eine beispielhafte Heranführung der Kinder an ökologische Themen gaben schlussendlich den Ausschlag für den Sieg Maldingens.

Wahrscheinlich im September wird die Preisverleihung zum Dorfwettbewerb in Maldingen stattfinden. Dabei wird auch eine ausführliche Informationsbroschüre über den Dorfwettbewerb 2013 präsentiert.

Im Herbst wird eine Exkursion zu guten Beispielen in die Niederlande führen, die allen Interessenten offen steht. Für die Teilnehmer sowie andere interessierte Dörfer besteht bis zum nächsten Dorfwettbewerb 2015 die Möglichkeit, Moderation bei den Ländlichen Gilden für ihre Projekte oder für die nächste Teilnahme anzufragen.

Maldingen wird die DG im Europäischen Dorfwettbewerb 2014 vertreten und an der Preisverleihung im schweizerischen Graubünden teilnehmen.(gh)

Bilder von Sonja HOUSCHEID, Gemeinderatsmitglied

Peter Stellmann Platz Aldringen

Baubeginn am Peter-Stellmann-Platz in Aldringen

Prämierte Schutzhütte soll ein echter Hingucker werden

Aldringen – Nach mehrjähriger Planung ist es in Aldringen endlich soweit: die Arbeiten am Dorfplatz zum Gedenken an den ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde Burg-Reuland, Herrn Peter Stellmann, sind Anfang November gestartet.

Bereits seit vielen Jahren macht man sich in der Ortschaft Aldringen Gedanken darüber, wie der Ortseingang des Dorfer in Richtung Espeler und Thommer Weiher, der als Standort des jährlichen Burgfeuers doch darüber hinaus auch als illegale Mülldeponie diente, attraktiver gestaltet werden könnte. Nachdem Ideen geboren und auch wieder verworfen worden waren, fanden im Rahmen der Aktion zur Ländlichen Entwicklung seit 2008 regelmäßige Dorfversammlungen unter professioneller Anleitung des Landschaftsarchitekten Heinz Winters statt, der von der Gemeinde mit dieser Planungsaufgabe betraut worden war.

Herausgekommen ist dabei ein Gestaltungskonzept, das den Maßgaben der Wallonischen Region in Bezug auf die Förderkriterien im Bereich der Grünflächengestaltung („Espaces verts“) entspricht und vom zuständigen Wallonischen Minister Carlo di Antonio mit dem entsprechenden Subsidienbetrag in Höhe von 65 % der Baukosten, die bei rund 130.000 € liegen, bedacht wurde.

Um in Erfahrung zu bringen, welchen Anklang der Gestaltungsvorschlag innerhalb der Dorfbevölkerung findet, startete das Reuländer Gemeindekollegium Ende des vergangenen Jahres eine Umfrage in Aldringen, an der sich alle Einwohner ab 14 Jahren beteiligen konnten. Zur Debatte standen dabei auch die Namensgebung sowie die aktive Bürgerbeteiligung bei den auszuführenden Arbeiten und der späteren Pflege des Platzes. Da eine Mehrheit der Rückmeldungen positiv ausfiel und sich auch genügend freiwillige Helfer für die Gestaltungs- und Unterhaltsarbeiten fanden, mündete das Projekt schließlich in die Ausführungsphase.

Der neue Platz soll in allererster Linie als einladende Begegnungsstätte für die Bevölkerung und für Feriengäste dienen. Der Standort ist eingebunden in das Rad- und Wanderwegenetz der Gemeinde und soll daher auch über die entsprechende Aufenthaltsqualität verfügen. Diese wird nicht zuletzt durch die Installation einer Schutzhütte gewährleistet, die unbestritten als Unikat gelten dürfte. Das Vorbild für die Gestaltung der Schutzhütte aus der Feder von Heinz Winters entstammt der Natur und entspricht ganz einfach einem Ahornblatt (Dach), das an einem Baum hängt (Stützpfeiler). Dieser Gestaltungsvorschlag wurde beim Ideenwettbewerb der Holzkompetenzzentrums für innovative Anwendungen des Baustoffs Holz eingereicht und überzeugte die Juroren so sehr, dass ihm der 1. Platz in der Projektwertung verliehen wurde.

So einfach dieser Vorschlag auch klingen mag, so schwierig gestaltete sich die praktische Umsetzung. Nicht nur die Statik bereitete zunächst Kopfzerbrechen, auch die Ausbildung des Ahornblattes aus Holz hatte seine Tücken. Die zur Planung und Ausführung benötigte Fachkompetenz fand man schließlich bei der holzverarbeitenden Abteilung des Zentrums für Aus- und Weiterbildung des Mittelstandes (ZAWM) in St. Vith, die neben dem beauftragten Unternehmen Holz & Dekor Philippe Gonay aus Dürler als unverzichtbarer Partner beim Bau der Schutzhütte mit von der Partie ist.

Mit den Arbeiten an der Platzgestaltung wurde das Bauunternehmen Bernard Maraite aus Halenfeld beauftragt. Bevor diese jedoch starten konnten, musste der Platz gemäht und gesäubert werden, es musste ein Strommast entfernt und die Leitungen unterirdisch verlegt werden. Diese Arbeiten erfolgten zum Teil in Eigenleistung durch den technischen Dienst der Gemeinde, so dass bereits eine erste Kostenersparnis im Vergleich zum veranschlagten Budget erzielt werden konnte. Eine deutliche Reduzierung der doch erheblichen Bausumme sollte durch die Mitarbeit der Aldringer Bevölkerung möglich sein. So ist angedacht, die Errichtung einer Bruchsteinmauer unter der Dachkonstruktion mit Material aus dem kommunalen Steinbruch zu bewerkstelligen und auch die Bepflanzung des Platzes mit heimischen Gewächsen könnte durch freiwillige Helfer aus der Ortschaft unter Anleitung des Projektautors ausgeführt werden.

Ein weiteres zentrales Element auf dem künftigen Peter-Stellmann-Platz wird eine ausgekleidete Bodenmulde sein. Hier soll weiterhin das durch die Dorfjugend organisierte Burgfeuer seinen angestammten Platz behalten. Nicht zuletzt wurde auch die örtliche Primarschule in das Projekt eingebunden. Der von dieser Seite geäußerte Vorschlag, am nördlichen Ausläufer des Platzes eine Blumenwiese zu didaktischen Zwecken anzulegen, wurde in die Gestaltungspläne integriert.

Insgesamt wurden die Vorgaben der Wallonischen Region, die Gestaltungselemente „robust“ und gegen Vandalismus gefeit anzulegen, vom Planungsbüro eingehalten. Auch der Charakter einer Grünfläche mit möglichst wenig Versiegelung bleibt erhalten. Die Intimität und Abgrenzung des Platzes zum Straßenraum hin soll schließlich mithilfe niedriger Erdwälle, Findlingen sowie heimischen Baum- und Straucharten erreicht werden. Sofern es die Witterung erlaubt, soll das Gros der Arbeiten noch bis zum Jahresende von den beauftragten Unternehmen abgeschlossen werden. Und anschließend ist die Aldringer Bevölkerung aufgefordert, die Ärmel hochkrempeln, um ihrem Peter-Stellmann-Platz den letzten Schliff zu verleihen.

Einwohner, die sich noch aktiv an den Arbeiten zur Platzgestaltung beteiligen möchten, können sich melden bei Christian Reuter, Fondation rurale de Wallonie, Tel. 080/67 84 70 oder per
Email: c.reuter@frw.be.

 

 

 

Bilder von Heinz WINTERS

Prämierte Schutzhütte soll touristischer Hingucker werden - 2. Phase der Arbeiten.

Arbeiten am Peter-Stellmann-Platz in Aldringen gehen in die 2. Phase

Prämierte Schutzhütte soll touristischer Hingucker werden

Aldringen – Nachdem die Erdarbeiten am Peter-Stellmann-Gedenkplatz in Aldringen im November ausgeführt wurden, konnte am Montag die Montage der Schutzhütte vom beauftragten Unternehmen Holz & Dekor Philippe Gonay aus Dürler in Angriff genommen werden.

Nicht zuletzt dank der günstigen Witterungsverhältnisse schreiten die Montagearbeiten an der Schutzhütte aus der Feder von Landschaftsarchitekt Heinz Winters zügig voran und sollen noch in dieser Woche vollendet werden. Für alle Beteiligten gestaltete sich die Realisierung dieses Vorhabens als knifflige technische Herausforderung. Die vornehmlich aus Holz und aus Stahlteilen gefertigte Schutzhütte, die ein Ahornblatt an einem Baumstamm nachempfindet, verlangte vom ersten Entwurf bis hin zur Fertigstellung das Zusammenwirken verschiedener Disziplinen.

Die Idee wurde geboren anlässlich eines Wettbewerbs, der vom Holz-Kompetenzzentrum zur Förderung innovativer Anwendungen des Werkstoffes Holz im Rahmen eines europäischen Leader-Projektes ins Leben gerufen wurde. Für die Gemeinde Burg-Reuland reichte Landschaftsarchitekt Heinz Winters seinen Entwurf bei diesem Wettbewerb ein und gelangte damit auf Anhieb aufs Siegertreppchen. Da der Standort des Peter-Stellman-Platzes ohnehin ein Knotenpunkt im Wander- und Radwegenetz der Gemeinde darstellt und dort ein Rastplatz für Touristen integriert werden sollte, war schnell klar, dass die prämierte Schutzhütte diesen Standort aufwerten sollte.

Gemäß den Förderkriterien der Wallonischen Region im Bereich der Grünflächengestaltung („Espaces verts“), die sich mit 65 % an den Baukosten beteiligt, strahlt das Bauwerk eine gewisse Robustheit aus, die angesichts der Unwägbarkeiten der hiesigen Witterung unabdingbar ist, ist aber zugleich auch eine filigrane Umsetzung der ursprünglichen Gestaltungsidee. Die Erstellung der Baupläne und die maßgeschneiderte Fertigung der Bauelemente verlangten schließlich nach Know how, das dank einer intensiven Zusammenarbeit mit der holzverarbeitenden Abteilung des Zentrums für Aus- und Weiterbildung des Mittelstandes (ZAWM) in St. Vith in das Projekt eingebracht werden konnte.

Nach Abschluss der Erd- und Montagearbeiten soll zu Beginn des kommenden Jahres eine Versammlung mit allen freiwilligen Helfern stattfinden, bei der die Planung der Maurerarbeiten und die Anpflanzungen zur Sprache kommen werden. Einwohner aus der Ortschaft Aldringen, die sich noch aktiv an den Arbeiten zur Platzgestaltung beteiligen möchten, können sich melden bei Christian Reuter, Fondation rurale de Wallonie, Tel. 080/67 84 70 oder per Email: c.reuter@frw.be.

 

Bilder von Patrick SCHÖSSLER

Pflanzaktion der Einwohner von Aldringen am Peter-Stellmann-Platz

Einige Fotos der Pflanzaktion am Samstag, dem 15. März 2014 am Peter-Stellmann-Platz in Aldringen

Zugpferde mähen Ravel-Seitenstreifen

ATTRAKTION : Im Rahmen der Aktion
"Das Zugpferd im Dienst des Landlebens"

Seit Ende Juni werden die Ravel-Seitenränder vom Zugpferd gemäht - eine Attraktion für die vorbeikommenden Fahrradfahrer. 

Im Rahmen der Aktion „Das Zugpferd im Dienst des Landlebens“ kommen in der Gemeinde Burg-Reuland seit letztem Jahr Zugpferde zum Einsatz, wo vorher maschinell gearbeitet wurde: Seit Juni 2014 wird entlang des RAVeL-Weges mithilfe von Pferden gemäht.

Mit der Kampagne, die im vergangenen Jahr durch den Landwirtschaftsminister der Wallonischen Region, Carlo di Antonio, ins Leben gerufen wurde, solle der Einsatz von Arbeitspferden im öffentlichen Dienst gefördert werden (das GrenzEcho berichtete). Nachdem das Gemeindekollegium von Burg-Reuland über Vor- und Nachteile abgewogen hatte, entschied es, sich an der Aktion zu beteiligen.

Seit Ende Juni werden die Ränder des Ravel-Weges durch Zugpferde gemäht.

„Neben dem Einsatz der Zugpferde im touristischen und kulturellen Bereich schlug die Gemeinde vor, die Mäharbeiten entlang des 14 Kilometer langen Ravel-Wegs, von der deutschen bis zur luxemburgischen Grenze, ebenfalls mit ’echten‘ Pferdestärken erledigen zu lassen“, erklärt Koordinator Jérôme Gennen, seines Zeichens Sonderbeauftragter des Reuländer Gemeindekollegiums. Um diese Entscheidung in dem vorläufigen Dreijahresplan des Projektes zu verwirklichen, musste eine Kostenschätzung aufgestellt werden.

Das Budget des im vergangenen Jahr eingereichten Antrags belief sich für die Gemeinde Burg-Reuland auf 17.600 Euro. Mit 10.000 Euro wird das Projekt die ersten 18 Monate bezuschusst. Im Bereich der Mäharbeiten entlang des Ravels schätzte das Gemeindekollegium die Kosten verglichen mit dem Einsatz eines Schlengelmulchers ab: „Da der Kostenaufwand pro Arbeitsstunde im Vergleich zur motorisierten Pflege in etwa derselbe ist und darüber hinaus die Unterstützung seitens des Landwirtschaftsministeriums angeboten wurde, ist die Wirtschaftlichkeit dieser Methode gewährleistet“, so Gennen. „Als weitere Pluspunkte sind die Unterstützung ortsansässiger Zugpferdebesitzer hervorzuheben sowie eine umweltschonendere Arbeitsweise, die von Ravel-Nutzern als weniger störend empfunden wird.“ Zusätzlich trage das Projekt zur Entlastung des Gemeindedienstes bei, der in den Sommermonaten besonders beansprucht wird.

 Zunächst aber musste die benötigte Mähmaschine gefunden werden. Mit den Mäharbeiten ging es dann am 29. Juni in Lascheid los. Nach einer gewissen Erprobungszeit mit der mittlerweile wieder gewöhnungsbedürftigen Arbeitstechnik - einen Schritt zurück sozusagen - ging es aber zügig voran.

„Marcel Majeres aus Thommen war es, der die eingesetzte Mähmaschine auftreiben konnte und sich bereit erklärt hat, die Arbeiten durchzuführen“, erklärt Gemeinderatsmitglied Gennen.

Marcel Majeres hat bisher nur positive Erfahrungen machen können: „Die vorbeikommenden Fahrradfahrer sind begeistert und verweilen kurz, um sich das ungewohnte Bild anzuschauen.“

Zwölf Kilometer Strecke schafft das Arbeitspferd pro Tag. Außerdem muss momentan noch vorsichtig gearbeitet werden, damit nicht in Wurzelstock oder Ähnliches gemäht wird. Diese Hindernisse sollen möglichst sofort beseitigt oder zumindest gemeldet werden, sodass sie später entfernt werden können. „So können wir im nächsten Jahr noch schneller arbeiten.“

Das Ausmähen rund um die Parkbänke, Schilder und Brücken erledigt ein Kollege, der bei Problemen mit dem Mähgestell zur Hand geht. „Wenn die Gemeinde mit unserer Arbeit zufrieden ist, dann machen wir das auch gerne regelmäßig“, könnte sich Majeres vorstellen.

Ob das Mähen mit Zugpferden oder mit Schlegelmulcher besser ist, zeigen die nächsten Jahre.

Die Zufriedenheit des Gemeindekollegiums muss sich aber erst noch zeigen. „Wir haben relativ spät mit den Mäharbeiten begonnen, da erst eine Übereinkunft über den Unterhalt der Ravel-Wege getroffen werden musste und zusätzlich stand die Herausforderung im Raum, eine geeignete Mähmaschine zu finden“, erklärt Gennen. „Besser wäre es gewesen, Anfang Juni mit dem Mähen zu starten. Es kamen nämlich schon Beschwerden von Ravel-Nutzern. Das lange Gras bog sich bei Regen in Richtung des Fahrradweges - wenn zwei Fahrräder sich kreuzten, bekamen die Nutzer nasse Füße.“

Das Mähgut bleibt bei dieser Arbeitsweise natürlich unzerkleinert liegen. Es wird sich zeigen, ob die Ravel-Nutzer und die Gemeinde mit dem Ergebnis glücklich sind. In den kommenden Jahren wird die Gemeinde jedenfalls früher mit der Pflege des Ravel-Weges starten - sobald sich das Gras mit dieser Maschine mähen lässt. In zwei Jahren wird dann Bilanz gezogen und entschieden, ob Burg-Reuland weiterhin mit Pferden arbeiten möchte oder zum sonst üblichen Schlegelmulcher zurückkehrt.

Text : Grenz-Echo vom 04.07.2014 Julia Brüls
Bilder : Marion DHUR, Schöffin der Gemeinde BURG-REULAND