Peter Stellmann Platz Aldringen

Baubeginn am Peter-Stellmann-Platz in Aldringen

Prämierte Schutzhütte soll ein echter Hingucker werden

Aldringen – Nach mehrjähriger Planung ist es in Aldringen endlich soweit: die Arbeiten am Dorfplatz zum Gedenken an den ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde Burg-Reuland, Herrn Peter Stellmann, sind Anfang November gestartet.

Bereits seit vielen Jahren macht man sich in der Ortschaft Aldringen Gedanken darüber, wie der Ortseingang des Dorfer in Richtung Espeler und Thommer Weiher, der als Standort des jährlichen Burgfeuers doch darüber hinaus auch als illegale Mülldeponie diente, attraktiver gestaltet werden könnte. Nachdem Ideen geboren und auch wieder verworfen worden waren, fanden im Rahmen der Aktion zur Ländlichen Entwicklung seit 2008 regelmäßige Dorfversammlungen unter professioneller Anleitung des Landschaftsarchitekten Heinz Winters statt, der von der Gemeinde mit dieser Planungsaufgabe betraut worden war.

Herausgekommen ist dabei ein Gestaltungskonzept, das den Maßgaben der Wallonischen Region in Bezug auf die Förderkriterien im Bereich der Grünflächengestaltung („Espaces verts“) entspricht und vom zuständigen Wallonischen Minister Carlo di Antonio mit dem entsprechenden Subsidienbetrag in Höhe von 65 % der Baukosten, die bei rund 130.000 € liegen, bedacht wurde.

Um in Erfahrung zu bringen, welchen Anklang der Gestaltungsvorschlag innerhalb der Dorfbevölkerung findet, startete das Reuländer Gemeindekollegium Ende des vergangenen Jahres eine Umfrage in Aldringen, an der sich alle Einwohner ab 14 Jahren beteiligen konnten. Zur Debatte standen dabei auch die Namensgebung sowie die aktive Bürgerbeteiligung bei den auszuführenden Arbeiten und der späteren Pflege des Platzes. Da eine Mehrheit der Rückmeldungen positiv ausfiel und sich auch genügend freiwillige Helfer für die Gestaltungs- und Unterhaltsarbeiten fanden, mündete das Projekt schließlich in die Ausführungsphase.

Der neue Platz soll in allererster Linie als einladende Begegnungsstätte für die Bevölkerung und für Feriengäste dienen. Der Standort ist eingebunden in das Rad- und Wanderwegenetz der Gemeinde und soll daher auch über die entsprechende Aufenthaltsqualität verfügen. Diese wird nicht zuletzt durch die Installation einer Schutzhütte gewährleistet, die unbestritten als Unikat gelten dürfte. Das Vorbild für die Gestaltung der Schutzhütte aus der Feder von Heinz Winters entstammt der Natur und entspricht ganz einfach einem Ahornblatt (Dach), das an einem Baum hängt (Stützpfeiler). Dieser Gestaltungsvorschlag wurde beim Ideenwettbewerb der Holzkompetenzzentrums für innovative Anwendungen des Baustoffs Holz eingereicht und überzeugte die Juroren so sehr, dass ihm der 1. Platz in der Projektwertung verliehen wurde.

So einfach dieser Vorschlag auch klingen mag, so schwierig gestaltete sich die praktische Umsetzung. Nicht nur die Statik bereitete zunächst Kopfzerbrechen, auch die Ausbildung des Ahornblattes aus Holz hatte seine Tücken. Die zur Planung und Ausführung benötigte Fachkompetenz fand man schließlich bei der holzverarbeitenden Abteilung des Zentrums für Aus- und Weiterbildung des Mittelstandes (ZAWM) in St. Vith, die neben dem beauftragten Unternehmen Holz & Dekor Philippe Gonay aus Dürler als unverzichtbarer Partner beim Bau der Schutzhütte mit von der Partie ist.

Mit den Arbeiten an der Platzgestaltung wurde das Bauunternehmen Bernard Maraite aus Halenfeld beauftragt. Bevor diese jedoch starten konnten, musste der Platz gemäht und gesäubert werden, es musste ein Strommast entfernt und die Leitungen unterirdisch verlegt werden. Diese Arbeiten erfolgten zum Teil in Eigenleistung durch den technischen Dienst der Gemeinde, so dass bereits eine erste Kostenersparnis im Vergleich zum veranschlagten Budget erzielt werden konnte. Eine deutliche Reduzierung der doch erheblichen Bausumme sollte durch die Mitarbeit der Aldringer Bevölkerung möglich sein. So ist angedacht, die Errichtung einer Bruchsteinmauer unter der Dachkonstruktion mit Material aus dem kommunalen Steinbruch zu bewerkstelligen und auch die Bepflanzung des Platzes mit heimischen Gewächsen könnte durch freiwillige Helfer aus der Ortschaft unter Anleitung des Projektautors ausgeführt werden.

Ein weiteres zentrales Element auf dem künftigen Peter-Stellmann-Platz wird eine ausgekleidete Bodenmulde sein. Hier soll weiterhin das durch die Dorfjugend organisierte Burgfeuer seinen angestammten Platz behalten. Nicht zuletzt wurde auch die örtliche Primarschule in das Projekt eingebunden. Der von dieser Seite geäußerte Vorschlag, am nördlichen Ausläufer des Platzes eine Blumenwiese zu didaktischen Zwecken anzulegen, wurde in die Gestaltungspläne integriert.

Insgesamt wurden die Vorgaben der Wallonischen Region, die Gestaltungselemente „robust“ und gegen Vandalismus gefeit anzulegen, vom Planungsbüro eingehalten. Auch der Charakter einer Grünfläche mit möglichst wenig Versiegelung bleibt erhalten. Die Intimität und Abgrenzung des Platzes zum Straßenraum hin soll schließlich mithilfe niedriger Erdwälle, Findlingen sowie heimischen Baum- und Straucharten erreicht werden. Sofern es die Witterung erlaubt, soll das Gros der Arbeiten noch bis zum Jahresende von den beauftragten Unternehmen abgeschlossen werden. Und anschließend ist die Aldringer Bevölkerung aufgefordert, die Ärmel hochkrempeln, um ihrem Peter-Stellmann-Platz den letzten Schliff zu verleihen.

Einwohner, die sich noch aktiv an den Arbeiten zur Platzgestaltung beteiligen möchten, können sich melden bei Christian Reuter, Fondation rurale de Wallonie, Tel. 080/67 84 70 oder per
Email: c.reuter@frw.be.

 

 

 

Bilder von Heinz WINTERS

Prämierte Schutzhütte soll touristischer Hingucker werden - 2. Phase der Arbeiten.

Arbeiten am Peter-Stellmann-Platz in Aldringen gehen in die 2. Phase

Prämierte Schutzhütte soll touristischer Hingucker werden

Aldringen – Nachdem die Erdarbeiten am Peter-Stellmann-Gedenkplatz in Aldringen im November ausgeführt wurden, konnte am Montag die Montage der Schutzhütte vom beauftragten Unternehmen Holz & Dekor Philippe Gonay aus Dürler in Angriff genommen werden.

Nicht zuletzt dank der günstigen Witterungsverhältnisse schreiten die Montagearbeiten an der Schutzhütte aus der Feder von Landschaftsarchitekt Heinz Winters zügig voran und sollen noch in dieser Woche vollendet werden. Für alle Beteiligten gestaltete sich die Realisierung dieses Vorhabens als knifflige technische Herausforderung. Die vornehmlich aus Holz und aus Stahlteilen gefertigte Schutzhütte, die ein Ahornblatt an einem Baumstamm nachempfindet, verlangte vom ersten Entwurf bis hin zur Fertigstellung das Zusammenwirken verschiedener Disziplinen.

Die Idee wurde geboren anlässlich eines Wettbewerbs, der vom Holz-Kompetenzzentrum zur Förderung innovativer Anwendungen des Werkstoffes Holz im Rahmen eines europäischen Leader-Projektes ins Leben gerufen wurde. Für die Gemeinde Burg-Reuland reichte Landschaftsarchitekt Heinz Winters seinen Entwurf bei diesem Wettbewerb ein und gelangte damit auf Anhieb aufs Siegertreppchen. Da der Standort des Peter-Stellman-Platzes ohnehin ein Knotenpunkt im Wander- und Radwegenetz der Gemeinde darstellt und dort ein Rastplatz für Touristen integriert werden sollte, war schnell klar, dass die prämierte Schutzhütte diesen Standort aufwerten sollte.

Gemäß den Förderkriterien der Wallonischen Region im Bereich der Grünflächengestaltung („Espaces verts“), die sich mit 65 % an den Baukosten beteiligt, strahlt das Bauwerk eine gewisse Robustheit aus, die angesichts der Unwägbarkeiten der hiesigen Witterung unabdingbar ist, ist aber zugleich auch eine filigrane Umsetzung der ursprünglichen Gestaltungsidee. Die Erstellung der Baupläne und die maßgeschneiderte Fertigung der Bauelemente verlangten schließlich nach Know how, das dank einer intensiven Zusammenarbeit mit der holzverarbeitenden Abteilung des Zentrums für Aus- und Weiterbildung des Mittelstandes (ZAWM) in St. Vith in das Projekt eingebracht werden konnte.

Nach Abschluss der Erd- und Montagearbeiten soll zu Beginn des kommenden Jahres eine Versammlung mit allen freiwilligen Helfern stattfinden, bei der die Planung der Maurerarbeiten und die Anpflanzungen zur Sprache kommen werden. Einwohner aus der Ortschaft Aldringen, die sich noch aktiv an den Arbeiten zur Platzgestaltung beteiligen möchten, können sich melden bei Christian Reuter, Fondation rurale de Wallonie, Tel. 080/67 84 70 oder per Email: c.reuter@frw.be.

 

Bilder von Patrick SCHÖSSLER

Pflanzaktion der Einwohner von Aldringen am Peter-Stellmann-Platz

Einige Fotos der Pflanzaktion am Samstag, dem 15. März 2014 am Peter-Stellmann-Platz in Aldringen