Braunlauf

Braunlauf, +/- 230 Einwohner zählend und in einem stillen Tal gelegen, verdankt seinen Namen wahrscheinlich dem kleinen Wasserlauf gleichen Namens, der an der Wasserscheide zwischen Maas und Rhein entspringt und in Richtung Our fließt.

Die älteste Ortsbezeichnung ist höchstwahrscheinlich keltischen Ursprungs „Brunefa“ oder Brunafa.  Diesen Namen hat die Dorfvereinigung für die am 12.10.1967 erfolgte Gründung der Gesellschaft ohne Erwerbszweck BRUNEFA gewählt.

Die Kirche in Braunlauf

Im Jahre 1704 genehmigte Erzbischof Joseph Clemens v. Köln die Errichtung einer Kapelle in Braunlauf.  Im Jahre 1898 wurde sie restauriert und eine Sakristei angefügt.   Es handelte sich um einen einfachen gekälkten Bruchsteinbau und Rundfensterbogen.  Seit 1970 wird sie als Schuppen benutzt und ihres Westturmes beraubt.

Die neue „St.Joseph Kapelle“ in Braunlauf inmitten eines eingefriedeten Grundstücks, Bau mit separatem Glockenturm und gebaut nach den Plänen des Architekten M. Roert aus Gouvy und sie wurde am 06. März 1966 durch Bischof Van Zuylen eingeweiht.

Die sieben Fußfälle

Eine alte Gebetsform, die seit Ende des 17. Jahrhunderts in manchen Eifelorten, so auch in Braunlauf, tief in der Volksfrömmigkeit verwurzelt war, soll im Rahmen der Ländlichen Entwicklung neu belebt werden : die sieben Fußfälle.

Es ist im deutschen Sprachraum die älteste Form des Kreuzweges.  
An sieben Stellen des Dorfes - in Braunlauf waren sie durch Kreuze gekennzeichnet, andernorts hat man mit Gittern versehene Heiligenhäuschen errichtet - wurde bei bestimmten Anlässen gebetet.

In Braunlauf waren es die älteren Schulkinder, die diesen Weg der Fußfälle begingen und für Schwerkranke und Sterbende beteten.  
In anderen Dörfern verrichteten auch Erwachsene diesen Dienst des Fürbittengebetes.  In den letzten Jahrzehnten ist der Glaube mehr und mehr in die Privatsphäre zurückgedrängt worden ; man bekundet ihn kaum noch in der Öffentlichkeit.  So ist auch dieser fromme Brauch der Fußfälle verschwunden.

2003 wurden in Braunlauf die verfallenden Kreuze wieder restauriert.  Am Karfreitag, dem 18. April, wurde erstmals wieder vor diesen Kreuzen öffentlich gebetet : Die Kinder des Pfarrverbandes Thommen gestalteten ihren Karfreitgottesdienst entlang dieses Weges.  
Auch viele Erwachsene aus Braunlauf und den umliegenden Ortschaften nahmen daran teil. Ein alter Brauch wurde so wiederbelebt.

BRAUNLAUF im 19. Jhdt.

Dass Braunlauf nicht von den Notzeiten verschont blieb, die dem 19. Jahrhundert einen besonders grausamen Stempel aufdrückten, ist nur allzu verständlich.  Herrschafts- und Nationalitätswechsel, französische Besetzung, napoleonische Kriege, die daraus resultierenden Truppeneinquartierungen und Requirierungen ließen unsere arme Eifel in einem ruinösen Zustand zurück.

1814 wurde unser Gebiet als Resultat des Wiener Kongresses Preußen zugeteilt.  Die neuen Herren brachten für die hiesige Bevölkerung wohl kaum eine Verbesserung der Lebensverhältnisse.  Die Landwirtschaft, als einzige Erwerbsquelle, erlaubte es den Menschen nicht immer, sich das Allernotwendigste zu beschaffen.  Verbindungen zu größeren Städten bestanden nicht, so dass die landwirtschaftlichen Produkte in der nächstliegenden Kleinstadt St.Vith verkauft wurden.  
Als Transportmittel dienten damals Hotten, d.h. Tragkörbe.  
Der magere Erlös wurde auf dem Wege des Tausches eingehandelt.

Die Existenz der nahe verlaufenden Grenze zum 1830 gegründeten Königreich Belgien ermöglichte es vielen, den Schmuggel zum Aufbessern ihrer kargen Einkünfte zu betreiben.  Es war eine willkommene Gelegenheit, sich durch Schmuggel von Salz, Tabak und später Streichhölzern und Kaffee einen allerdings mühseligen und risikoreichen Nebenerwerb zu sichern, denn gefahrlos war dieses Unterfangen auch damals ganz und gar nicht.  Dies bezeugt ein Wegekreuz, das im Volksmund "Voss se Kregs" genannt wird.  
Es steht an der Kreuzung des Weges Maldingen-Hinderhausen und Comanster-Braunlauf.  Gefertigt aus Rechter Blaustein trägt es die Inschrift „Der du rastlosen Fußes der Erde Weiten durchzogen, O Wanderer, welches Los hat dich umstrickt".  Zur frommen Erinnerung an Servatius Hermann aus Braunlauf, der hier in der Nähe im Alter von
28 Jahren am 12. Oktober 1881 verstorben ist.

Servatius Hermann war auf einem Schmuggelgang von Zollbeamten erschossen worden.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zogen die neu entstehenden Industriegebiete große Teile der Landbevölkerung an.  So wanderten auch viele Braunlaufer Familien ins Ruhrgebiet, nach Lothringen oder in die Lütticher Gegend ab.

Einige zog es noch weiter, so zwei Brüder der Familie Heintzen, die 1890 nach Amerika emigrierten.  Noch heute liegen etliche Äcker in Braunlaufs Fluren, die Amerikanern gehören.  Diese Ländereien werden durch einen Notar in Treuhand verwaltet, da die Nachkommen der Brüder Heintzen das Erbe nicht antreten konnten.

Schule in Braunlauf

Ortseingang

Empfangspavillon am Ortseingang.

Rastplatz

 

Wenn man von Braunlauf in Richtung Maldingen fährt kommt man an dem neugestalteten Rastplatz vorbei.

Entstehungsgeschichte der Dorfvereinigung Brunefa

Der eigentliche Ursprung des Braunlaufer Vereinslokales geht auf das Jahr 1906 zurück, als der königliche Gesangverein St.Josef Braunlauf das Gebäude einer ausgedienten Sägerei aufkaufte und in ein Probelokal mit eigenständiger Ausschankmöglichkeit umwandelte.

In den Jahren1968 bis 1991 wurden ständig neue Projekte von der GOE Brunefa realisiert (Bau Kegelbahn, Küche, Bühnenneubau, Bibiliothek usw.). Seit dem ersten Gründungstag bis heute ist sie ihren Zielen treu geblieben und ihren Aufgaben, die sie sich gestellt hat, gerecht geworden, nämlich der Belebung des kulturellen, gesellschaftlichen, religiösen und bildenden Lebens in der Ortschaft Braunlauf durch die Schaffung der dazu notwendigen Räume.

GOLDENES ORDENJUBILÄUM von Pater Damian Martin Bezerath, geboren am 12.11.1917.  Er verließ 1930 Braunlauf und trat am 08.09.1938 in den Orden der Redemptoristen ein.  Priesterweihe am 02.08.1943.

Schwester Marie Anne geboren am 07.02.1942.  Mit 19 Jahren trat sie im Provinzialhaus in Mehagne in den Orden „Schwestern der Armen vom Hl. Franziskus“ ein. Als Postulantin und in ihrem Noviziat erlernte sie den beruf der Altenpflege.  Das Ewige Gelübde legte sie am 15.10.1971 im Mutterhaus des Ordens ab.

Die Eisenbahnlinie ST.VITH-GOUVY

Die ehemalige Eisenbahnlinie berührte die Ortschaft Braunlauf im Norden und sie wurde im ersten Weltkrieg 1916-1918 erbaut von hunderten von russischen Kriegsgefangenen.  Nach dem ersten Weltkrieg diente sie vor allem für den Güterverkehr (Koks, Baumaterialien, Futtermitel usw. Verfrachtet wurden vor allem Holz und Kartoffeln wurden in den Herbstmonaten nach England exportiert.   Da bis zu dieser Zeit die Bevölkerung von Braunlauf ausschließlich von der Landwirtschaft lebte, war die Einstellung von Angestellten und Arbeitern an der Eisenbahn ein sozialer Umschwung und Fortschritt für unsere Gegend.  Bei Beginn des 2 Weltkrieges wurde in der acht von 10 auf den 11 Januar 1940 die Brücke gesprengt.  Die deutschen Truppen erbauten eine Notbrücke und 1942 war sie fertiggestellt. Die Brücke hat die Kriegswirren überstanden und auch die nach und nach erfolgte Stillegung der Strecke. Der Personenverkehr wurde 1953, der Güterverkehr Anfang der sechziger Jahre aufgehoben.  Alles war verwertbar war, wurde für den Wegebau benutzt. So steht nun ein Baudenkmal in Braunlauf und träumt von vergangenen Zeiten.

Brauchtumspflege

Einen uralten Brauch, der auch jetzt noch in Braunlauf gepflegt wird ist das Mutzenfest der Schulkinder.  Sie ziehen vor dem ersten oder zweiten „Fetten Donnerstag“ durchs Dorf und sammeln die notwendigen Zutaten für das Mutzenfest.  Dabei singen sie folgendes Heischelied :

„Hier kommen die kleinen Knäbelein ;
Sie heischen große Stückelein,
Sankt Petrus ist der heilige Mann,
der den Himmel schließen kann.
Die Mutter stellt die Leiter an die Wand
Und nimmt das Messer in die Hand.
„Schneck hie, schneck deef,
en decke fette Jreef.
Wenn de Man keent, sat dir d’Katz hätt’e jewohlt“.

Vor 25 Jahren war es üblich, dass die Mutzen im Elternhaus eines jeden Kindes gebacken und verzehrt wurden.  Seit dem Bestehen von „Brunefa“ werden sie jedoch am Tag nach dem Backen in einem eigens dafür hergerichteten Raum im Brunefa gegessen.

Klapperjungen

Die Dorfjungen ziehen mit Holzklappern oder Ratschen in der Karwoche von Gründonnerstag bis Karsamstag durchs Dorf und ersetzen das Geläut der Glocken.  Sie singen folgendes Lied :

Zehof, zehof, zehof.
De Tömmer Jecken sen all doof.
Sie fällen all iver een Hof.
Zehof, zehof.





Kaafstreien

Beim „Kaafstreien“ geht es leiser zu.  
Dieser Brauch wird noch regelmäßig von den Junggesellen gepflegt. In der Nacht vor der Hochzeit, sei es im Ort selbst oder auch im Nachbardorf wird Kaaf, d.h. Spreu, vor das Haus der „Verschmähten“ oder des verunglückten Freiers gestreut, als Zeichen der fruchtlosen Bemühungen des Betroffenen oder als Beileidsbezeugung.

Freierströppen

Das „Freierströppen“ ist ebenfalls eine „Aufgabe“ der Junggesellen.  Findet ein Auswärtiger, d.h. ein nicht ein nicht dorfansässiger Jüngling gefallen an einer „Dorfschönen“, so ruft das die Junggesellen auf den Plan.  Der vorangehende Bräutigam muss seine Zukünftige loskaufen in Form von einem Fass Bier, das dann an einem gemeinsamen festgesetzten Abend im besten Einvernehmen zusammen getrunken wird.

Kirmesbrauch „Das traditionnelle Krugschlagen“

Der Brauch des Krugschlagens zum Kirmesausklang besteht seit altersher und symbolisiert aller Wahrscheinlichkeit nach den letzten Höhepunkt der Kirmesfeiern.

Vereine

EV Schule Braunlauf

Präsident :

LENTZ Frank
Braunlauf, 24D
4791 BURG-REULAND  
Tel. : 080/88 11 28  
Gsm : 00352/621 304 503
E-Mail : franklentz@web.de


Schriftführerin :

GEORGE Ilona
Braunlauf, 5D
4791 BURG-REULAND
Tel. : 080/22 82 03
Gsm : 0479/672 675
E-Mail : ilona.heinen@skynet.be


Kassierer :

LUDES Ralf
Braunlauf, 24e
4791 BURG-REULAND
Tel. : 080/67 25 01
Gsm : 0479/979 457
E-Mail : Ralf.Ludes@belgacom.net
 

JGV Braunlauf

Präsident :     

KOCKELMANN Mike
Braunlauf, 3
4791 BURG-REULAND     

E-Mail: jgvbraunlauf@hotmail.com

 

Schriftführerin :   

MICHAELIS Elena
Braunlauf 42a
4791 BURG-REULAND    

KGL.Kirchenchor "St.Josef" Braunlauf

Präsident :     

MICHAELI Eddy
Braunlauf, 5
4791 BURG-REULAND     

Tel. : 080/22 87 05

 

Schriftführer :     

GENNEN Vincent
Braunlauf, 49b
4791 BURG-REULAND     

Tel. : 080/22 78 79
E-Mail : vincent.gennen@skynet.be

LFG Braunlauf

Präsidentin :     

Frau Agnes SCHMITZ
Braunlauf, 1
4791 BURG-REULAND     

Tel. : 080/22 72 62
E-Mail: agnes.arens@skynet.be

 

Schriftführerin :     

ELSEN-DHUR Anna
Braunlauf 27a
4791 BURG-REULAND     

Tel. : 080/22 64 95
E-Mail : theo_elsen@hotmail.com

 

Kassiererin :     

Frau Brigitte SCHNEIDERS-HEYEN
Braunlauf, 20A
4791 BURG-REULAND     

Tel. : 080/22 72 24

Seniorengruppe Braunlauf