Maldingen

Maldingen ist ein schmuckes Eifeldorf und liegt etwa 500m über dem Meeresspiegel.  Dank der günstigen Lage hat sich Maldingen in den letzten Jahrzehnten stark vergrößert und viele wunderschöne Neubauten sind errichtet worden.  Maldingen zählt heute
+/- 361 Einwohner und die Haupterwerbsquelle der Dorbewohner war bis etwa 1960 die Landwirtschaft.  Seitdem haben sich auch andere mittelständische Erwerbsbetriebe angesiedelt in denen viele Maldinger beschäftigt sind.  Diese Betriebe sind auf die Produktion, den Verkauf ihrer Waren und Dienstleistungen angewiesen und vor allem blüht ein reger Pendel –und Geschäftsverkehr mit dem nahen Großherzogtum Luxemburg.

Bedeutung des Namens „Maldingen“ :

Maldingen besteht aus der Vorsilbe „Mal“ und entstand aus dem altdeutschen „mahal“, das im Mittelalter zu „mahel“ und schließlich zu „mal“ wurde und soviel bedeutet wie „Versammlungsort“.  
So ist wahrscheinlich der Name Maldingen als „Versammlungsstätte des Gerichts“ zu deuten und im Dialekt wird es zu „Molje“.


Geschichtliche Bauwerke und Pfarrleben

Im Jahre 1688 wird die Kapelle zu Ehren des hl. Baptista erstmals erwähnt. Im Jahre 1776 wurde sie durch einen Neubau ersetzt.  
Die Kapelle diente nach 1927 als Vereinshaus und Probelokal für den Kirchenchor wurde jedoch durch Kriegseinwirkung immer mehr in Mitleidenschaft gezogen, so daß die Kapelle in den 50 er Jahren abgerissen wurde.  Am 31. August 1926 wurde das heutige Gotteshaus die „St.Johannes Kirche Maldingen“ an der Hauptstraße durch den Lütticher Weihbischof Ludwig Joseph Kerkhofs eingeweiht.  
Dieser massive Steinbau hat drei Schiffe und an der südwestlichen Ecke über dem Eingang einen hohen, mit barockem Helm, gekrönten Turm.  Im Innern bilden, außer Hauptaltar aus schwarzem Marmor, das herrliche Netzgewölbe und die wunderbaren Glasfenster einen wahren Blickfang und der Friedhof liegt in unmittelbarer Nähe.

Früher war das Läuten der Glocke ein wichtiger Orientierungsbegriff, denn niemand hatte eine Uhr.

Ostermontag 1959 wurde die neue Glocke für Maldingen durch Herrn Dechant Breuer Joseph getauft.  Sie ist verziert mit den Bildern der beiden Schutzheiligen der Kirche, nämlich Johannes der Täufer und die hl. Luzia.  Am 13. November 1988 wurden 2 neue Glocken von Dechant Dr. Aloys Jousten aus St.Vith eingeweiht zur Verschönerung des Kirchengeläuts.

Wahrscheinlich war dieses Kreuz ein Pestkreuz, denn Maldingen ist öfters von der totbringenden Seuche heimgesucht worden und der schöne Bildstock steht heute noch neben der Sakristei an der Maldinger Kirche.

 

 

Das Kriegerdenkmal an der Kirche in Maldingen.

Während des Krieges 1914 -1918 starben 6 Soldaten.
Während des Krieges 1940 -1945 starben 15 Soldaten und 4 Zivilopfer.

Das Dorfschulleben - Ein bißchen Geschichte

Erstmals wird die Schule Maldingen 1876 offiziell erwähnt.  
Der Unterricht wurde im Winter am Mittwoch –und Samstagmorgen von 10 bis 14 Uhr erteilt und im Sommer am Dienstag –und Freitagnachmittag von 13 bis 14 Uhr und in Maldingen gab es in diesem Jahr 45 schulpflichtige Kinder.
1902 bis 1904 war Unterricht von 08.30 bis 11.30 Uhr.  
Damals herrschte ein allgemeiner Mangel an ausgebildeten Lehrern, die wohl nicht gerne in unsere abgelegene Gegend kamen, daher auch der häufige Lehrerwechsel.
Zu Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Unterricht größtenteils durch die Seelsorger in einem Rektoratgebäude erteilt.  Die Schule war eine Tochter der Kirche.  Dieser Unterricht war nur auf Wesentliche beschränkt und sehr lückenhaft.
Bis zum Jahre 1825 war es vor allem die Kirche, die sich des Unterrichtens und Belehrens der Jugend annahm.  Der Vikar (=junge Geistliche als Gehilfen des Pfarrers) las schon am frühen Morgen die hl. Messe, er war Kirchendiener, Küster, Glöckner und Lehrer.  Er hielt am Sonntagnachmittag die Christenlehre jedoch die Beichte durfte er nicht hören.
Man kann jedoch den Unterricht von damals nicht mit dem heutigen vergleichen, denn es bestand kein Schulzwang und nur in den Wintermonaten wurde unterrichtet so kam es das viele ihre eigenen Namen nicht schreiben konnten und so machten sie als Unterschrift nur ein Kreuzchen.  Der Katechismus war das einzigste gedruckte Buch.  Während der Franzosenzeit wurden Priester verfolgt und Schulen waren größtenteils geschlossen.
Nachdem unser Gebiet durch den Wiener Kongress (1815) preußisch geworden war wurde der Schulunterricht stetig besser.   Preußen ordnete die Gründung von Lehrerseminaren an.
Die ersten diplomierten Lehrer kamen allmählich doch wurde noch sehr wenig in der Schule gelernt : überbevölkerte Klassen, keine Bücher und kein Schulmaterial.
Im Jahre 1825 wurde die Schulpflicht vom 6. bis zum 14. Lebensjahr eingeführt.
Dieses Gesetz wurde in unserer ländlichen Gegend noch viele Jahre unbeachtet : weiter Schulweg, nur 1 Schule pro Pfarrei und Hüten des Viehs.
Diese verworrene Lage änderte sich erst 1872 als der „preußische Staat“ Aufgabe und Ziel der Volksschule neu ordnete.  Helle Klassenräume ausgestattet mit Bänken, Schultafel mit Gestell und Schrank und in Maldingen waren in den verschiedenen Jahren bis zu 60 Schulkinder vom 1. bis zum 8. Schuljahre in einem Zimmer zusammengepfercht.  Der Rutenstock war an der Tagesordnung.   Gelehrt wurden : Rechnen, Schönschrift, Lesen, Aufsatz und Religion.
Ab 1920 wurde das belgische Schulsystem eingeführt und die meisten reichsdeutschen Lehrer wurden entlassen und so kamen Lehrer aus der Gegend von Altbelgien und Luxemburg, die der deutschen Sprache kaum mächtig waren in unsere Dörfer und somit wurde das Erlernen der französischen Sprache gefördert.  Während des 2. Weltkrieges flüchteten die meisten Lehrer vor der deutschen Besatzungsmacht und der Schulbetrieb wurde größtenteils eingestellt.
Lehrer, die während dieser Zeit Unterricht erteilt hatten, wurden nach dem Kriege von den belgischen Behörden entlassen.  1945 herrschte somit wieder Mangel an deutschsprachigen Lehrern und der Ersatz wurde wiederum in Altbelgien und der Provinz Luxemburg gesucht.  Im Jahre 1963 wurden die Sprachengesetze verabschiedet und 1966 die Sprachengrenzen festgelegt.  Somit ist der Gebrauch der deutschen Sprache in der Verwaltung geregelt.
Durch das Gesetz vom 29. Juli 1983 wurde die Schulpflicht verlängert bis zum 18. Lebensjahr.

Der "Hochtumsknopf" - Ein malerischer Ausblickspunkt

Das Hügelgrab am "Hochtumsknopf"

Dies ist das vielleicht markanteste Geschichtsdenkmal unserer Gegend, der sogenannte Hochtumsknopf oder Maldinger Knopf, der seit 1998 als Landschaft geschützt ist.  Wie man leicht durch den Baumbewuchs erkennen kann, handelt es sich hier um einen künstlich angelegten Erdhügel.  Dieses Hügelgrab stammt, wie die anderen Grabhügel in der Gegend, aus keltischer Zeit und diente vermutlich als letzte Ruhestätte eines Stammesoberen oder eines militärischen Führers.  Die Höhe der Grabhügel lässt Rückschlüsse auf die Bedeutung der bestatteten Person zu. 
Die Grabungen, die seit 1825 hier stattgefunden haben, förderten mehere Funde zu Tage:   Neben Scherben, Knochen und Asche fand man ein Schieferdach von 3 Quadratfuß, Reste eines Tongefässes, Teile eines mit braunem Lack überzogenen Geschirrs und einen großen eisernen Behälter.  Auch wurde in der Mitte ein Achatstück, eine Urne mit Scherben und eine Spitze eines Speeres in einem großen Steinbehälter gefunden. Ein Heimatforscher glaubte, dass der eigentliche Schatz des Hochtumsknopfs, nämlich ein römischer Feldherr in goldener Rüstung, noch nicht gefunden worden sei, da er sich möglicherweise unter dem Bodenniveau befinde, worauf man den Erdhügel aufgeschüttet habe.  Andere sahen im Hochtumsknopf ein römisches Grabmal, und zwar das des römischen Legaten Cotta, der mit seinem Mitstreiter Sabinus von Ambiorix, dem Eburonenhäuptling in eine Falle gelockt und erschlagen worden sei.  Während Cotta also hier begraben woden sei, soll sich das Grab des Sabinus auf dem Steinemann (bei Espeler) befinden.  Diese Deutung ist bislang allerdings ins Reich der Sage zu verweisen, da man im Bereich des Steinemann und auch am Hochtumsknopf nie solch kostbaren Altertumsfunde gemacht hat.
Wie dem auch sei - spätere Grabungen von unbekannten Hobbyarchäologen haben wohl hier stattgfunden, wie die Gräben und Furchen auf dem Hügel zeigen; von Ergebnissen ist allerdings nichts bekannt.  Heute wird der Hügel von Füchsen bewohnt - den einzigen, die wohl Auskunft über den Inhalt des Hügels geben können.

(Text von Herrn KLAUSER Klaus-Dieter)

Viehzucht der ganz besonderen Art : Bisons auf der Maldinger Präirie

Artgerechte Haltung setzt große Flächen voraus

Am 22. Januar 1999 erreichten 90 acht Monate alte Bison-Kälber das schöne Dorf Maldingen und sollte eine neue Erwerbsquelle darstellen, da wegen der strikten Milchquotenregelung die Produktion nicht mehr gesteigert werden konnte.

Was die Nahrung dieser anspruchslosen, zotteligen Tiere angeht, so wird auf jegliche Düngung der Felder verzichtet.  Im Winter wird Heu gefüttert, denn bei Rauhfutter gedeihen diese sehr scheuen Tiere am besten.  Im Ankauf kostet ein solches Tier 90.000Fr. hinzu kommt dann noch die spezielle Umzäunung und die Fanganlage und man muss eine lange Zeugungszeit berücksichtigen.  Bisons sind erst ab dem dritten Lebensjahr, und insgesamt etwa 25 Jahre lang, zeugungsfähig.  Im Sommer 2000 gesellten sich Deckstiere zu der stattlichen Herde und die Kälber werden stets im Frühjahr geboren, um kräftig genug für den ersten Winter zu werden.  Bison-Fleisch ist besonders schmackhaft, gilt in den kulinarischen Kreisen als Delikatesse und hat daher einen angemessenen Preis.

Belgien genießt das Renommee des »Bison-Landes in Europa.« Die größte Bisonherde steht seit 1991 in Recogne. Von dieser »Ferme des Bisons«, verwaltet durch Jean-Francois d'Hoffschmidt, stammen auch die Tiere von »Eifel-Bison« in Maldingen.Zur Zeit zählt der Bestand in Recogne mehr als 400 Bisons.

Bisons reagieren schnell und können gefährlich sein. Wichtig ist ein ruhiger und geduldiger Umgang mit den Tieren, damit sie sich nicht unnötig erregen und deshalb das »Handling« zu einem unkalkulierbaren Risiko für den Menschen und auch für die Tiere selbst wird. Eine artgerechte Haltung setzt große Flächen voraus, da Bisons gemäß ihrem natürlichen Verhalten täglich mehr als ein Dutzend Kilometer beim Grasen zurücklegen. Der Bison gehört zur Gruppe der Wildrinder. Er ist ein Herdentier und lebt in den Schutzgebieten Nordamerikas. Ein ausgewachsener Bulle kann bis zu 3,80 m lang, 1,80 m hoch und 1200 kg schwer werden. Sein Fell ist gelegentlich braun, grau, gefleckt oder sogar weißlich.

Generell sind Bisons sehr fruchtbar. Die Lebenserwartung der imposanten Prärietiere beträgt 20 bis 30 Jahre, wobei Bullen und auch Kühe bis in dieses hohe Alter reproduktiv sind. Die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere wird mit zwei Jahren erreicht, das erste Kalb also im Alter von drei Jahren ausgetragen. Bis zum Alter von etwa fünfzehn Jahren können die Kühe jedes Jahr tragend sein. Danach erst lässt die Fertilität nach und pendelt sich beim zweijährigen Kalben ein.Bisons ernähren sich hauptsächlich von Gräsern, Trieben und Kräutern der Steppe. Im Winter begnügen sie sich mit Moosen und Flechten. Sie haben keine natürlichen Feinde, galoppieren aber, wenn es sein muss bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Zudem sind Bisons hervorragende Schwimmer.In der Fortpflanzungszeit von Mai bis September vereinigen sich die Bullen- und Kuhgruppen zu Großherden, in denen dann Kämpfe um die Gunst einer brunftigen Kuh ausgetragen werden. Nach der Begattung bringen die Kühe nach neunmonatiger Tragzeit ihre Kälber zur Welt, die anschließend an einem geschützten Ort ein Jahr lang gesäugt werden.

Klappern und Ratschen statt Glocken vor Ostern

Zu den schönsten Traditionen in der Karwoche und zu Ostern gehört bekanntlich das Klappern der Kinder morgens, mittags und abends. Es handelt sich übrigens um einen weitverbreiteten ur-christlichen Osterbrauch, der sich aber auch in den Ortschaften von Eifel/Ardennen sehr großer Beliebtheit erfreut.

Karfreitag und Karsamstag werden die Katholiken nicht mit Glockengeläut zu den Gottesdiensten gerufen. Statt dessen ziehen Kinder mit hölzernen Klappern und Ratschen durch die Straßen. Erst in der Osternacht erklingen wieder die Glocken. Unsere Aufnahme entstand gestern Morgen in Maldingen.

Vereine

AFC Maldingen V.o.G

Präsident :      

HOFFMANN Herbert
Maldingen 11
4791 BURG-REULAND     

Tel. : 080/226661
E-Mail : herbert_hoffmann@swing.be

 

Schriftführer :     

FEYEN Mario
Maldingen 12a
4791 BURG-REULAND     

E-Mail : mario.feyen@skynet.be

EV Schule Maldingen

Präsident :     

Herrn Erich GILLESSEN
Maldingen, 68D
4791 BURG-REULAND     

Tel. : 080/22 96 70
Gsm : 0492/91 99 01
E-Mail : gillessene@yahoo.com

Schriftführerin:     

Frau Sandra BRÜHL
Maldingen, 14c
4791 BURG-REULAND
Tel. : 080/22 10 71 

Kassierer :     

Herr Patrick SARLETTE
Maldingen, 4c
4791 BURG-REULAND
Tel. : 080/39 80 00
E-Mail : patrick.sarlette@belgacom.net 

JGV "ST.ALOYS" Maldingen

Präsident :    

HOUSCHEID Alain
Maldingen 34a
4791 BURG-REULAND     

Gsm : 0472/80 98 83
 

Schriftführerin :     

SCHEUREN Karolin
Maldingen 30
4791 BURG-REULAND     
GSM : 0471/46 11 95
E-Mail : carolinescheuren@live.de

Kassierer :

KAUT Kristina
Maldingen, 6
4791 BURG-REULAND 

KGL. Kirchenchor "ST.JOHANN" Maldingen

Präsident :     

MARAITE Ludwig
Maldingen, 6c
4791 BURG-REULAND     

 

Schriftführer :     

THOMMESSEN Jakob
Maldingen 69A
4791 BURG-REULAND     

Tel. : 080/22 93 86

LFG Maldingen

Präsidentin:    

LENGES-GALLO Klara
Maldingen, 56a
4790 BURG-REULAND     

Tel. : 080/22 64 59

 

Schriftführerin :     

HENKES-SCHEUREN Gisela
Maldingen, 5b
4791 BURG-REULAND     

Tel. : 080/22 91 65
E-Mail : scheuren-gisela@web.de

 

Kassiererin :     

Frau MAUS Maria
Maldingen, 10A
4791 BURG-REULAND     

Tel. : 080/22 60 60

Musikverein "ECHO VOM HOCHTUMSKNOPF" Maldingen

Präsident :

GOMMES Günther
Wathermal, 7
6670 GOUVY     

Tel. : 080/51 70 44
Handy : 00352/021 311 486

 

Schriftführerin :

KRINGS Melanie
Maldingen, 4G
4791 BURG-REULAND

Seniorenverein Maldingen

Dorfwettbewerb 2013

Dorfwettbewerb 2013: „Unser Dorf soll Zukunft haben“ feierte Maldingen als Siegerdorf

Ansporn zu noch größerer Partizipation

Die Vertreter der teilnehmenden Ortschaften Maldingen, Lascheid-Richtenberg, Mürringen, Schönberg und Herresbach mit Ministerin Isabelle Weykmans.

Im Rahmen des Dorfwettbewerbs „Unser Dorf soll Zukunft haben“, der seit zehn Jahren von den Ländlichen Gilden im Auftrag der Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft ausgerichtet wird, galt es am vergangenen Freitag, dem 06.09.2013 das diesjährige ostbelgische Siegerdorf Maldingen zu feiern.

In einem Festzelt hatten sich sowohl politische Honoratioren als auch zahlreiche aktive und in den Dorferneuerungsprozess involvierte Bürger zusammengefunden, um die erfolgreiche Teilnahme an diesem doch bedeutenden Wettbewerb Revue passieren zu lassen.

Der Dorfwettbewerb findet im Zweijahresrhythmus statt und zielt darauf ab, den Bürgern die Augen zu öffnen, damit interne Schwächen und Probleme in Eigendynamik und Harmonie gelöst sowie Stärken noch besser hervorgehoben werden können.

Wettbewerb ist für Teilnehmer vor allem eine Standortbestimmung.

„Wenngleich der Name Wettbewerb gewählt wurde, handelt es sich keineswegs um einen verbissenen Kampf auf Biegen oder Brechen, sondern vielmehr um eine von internationalen Fachleuten begleitete Standortbestimmung, mit der eine zukunftsorientierte Dorfentwicklung mit lokalen Akteuren bewerkstelligt werden kann“, so die Einschätzung von Gerd Brüls von den Ländlichen Gilden. Neben dem Siegerdorf Maldingen hatten sich ebenfalls die Ortschaften Hergenrath, Herresbach, Hünningen/Büllingen, Lascheid/Richtenberg, Mürringen und Schönberg der Fachjury um Kommissionsleiter Michael Schaloske gestellt.

Dabei konnten einige Feststellungen gemacht werden, die eine kontinuierliche Verbesserung der Lebenssituation und der Lebensqualität in den Ortschaften Ostbelgiens untermauern.

So sei die Qualität der eigentlichen Präsentation in den vergangenen sechs Wettbewerben stets gestiegen und die Reflektion über die Zukunft des eigenen Dorfes finde auf einem beachtlich hohen Niveau statt. Als wesentliche Trümpfe nannte die Jury zudem den ausgeprägten Gemeinschaftssinn, der als Motor der positiven Dorfentwicklung ausgemacht wurde. Ferner sei durch die externe Analyse auch ein Prozess der Veränderung begonnen worden. Alle Dörfer hätten erkannt, dass der Weg das eigentliche Ziel darstelle und die Dorfentwicklung ein mittel- und langfristiger Prozess ist, bei dem ein langer Atem erforderlich sei. Somit sei die Analyse ein wichtiger Impuls für aktive Dörfer, sich auf den Weg in eine bessere Zukunft zu machen.

Ausschlaggebend für den Sieg Maldingens war nach Aussage der Jury das hohe Maß an Problembewusstsein sowie das gute Leitbild. Aus dieser Analyse sei ein gut durchdachter Aktionsplan mit klaren und vor allem realistischen Prioritäten entstanden, der mit hohem Bürgerengagement und die Bereitschaft, Fachkompetenz in die Prozesse mit einzubinden, bereits erste Erfolge feiern konnte. So konnte beispielsweise eine Dorftränke sowie der Eingangsbereich der Kirche in Eigenregie hergestellt werden, was neben der Zusammenarbeit innerhalb der Dorfgemeinschaft vor allem die hohe Sensibilität der Bürger für alte und auch für neue Bausubstanz widerspiegelt. Auch im Bereich der Verkehrssicherheit sind Verbesserungen festzustellen. „Wenngleich der Wettbewerb einen Sieger hervorbringen müsse, der die DG-Farben beim Europäischen Dorfwettbewerb 2014 im schweizerischen Vals vertreten wird, können alle teilnehmenden Ortschaften als Gewinner bezeichnet werden“, so Gerd Brüls weiter.

Auch für den Verantwortlichen des Maldinger Dorfkomitees, Jakob Thommessen, war die Siegerehrung nur der Beginn eines gerade begonnenen Abenteuers, auf das sich die Mitbewohner voller Elan und Dynamik eingelassen haben. „Unsere Geselligkeit und unsere Harmonie werden uns für die Zukunft ermutigen und die verschiedenen Generationen in Schwung halten. Somit bleiben wir auch weiterhin unserem Slogan „Hier zu leben ist es uns wert!“ treu und werden weiter versuchen, diese Wertschätzung in Zukunft noch zu steigern“, erklärte Thommessen in Versform.

Das Dorfkomitee freut sich über neue Mitstreiter in seinen Reihen.

Zeichen für einen weiteren Aufschwung sei zweifelsohne die personelle Aufstockung des Dorfkomitees, das sich die Analyse und Verbesserung der Themenbereiche Infrastruktur, Soziales, Ökologie, Vereinswesen und Wirtschaftsförderung auf die Fahne geschrieben hat. Auch die neu geschaffene Internetpräsenz (www.maldingen.be) untermauert seit einiger Zeit den „lebenswerten Dorfcharakter“. „Wir haben den Prozess begonnen und müssen nun stets aktualisieren, nachbessern, uns neu orientieren, ohne aber aus den Augen zu verlieren, dass der Mensch im Mittelpunkt unserer Bemühungen stehen muss“, so Jakob Thommessen abschließend.

Kulturministerin Isabelle Weykmans lobte das Engagement der Bürger, sich konkret Gedanken über die Zukunft und die Entwicklung ihrer eigenen Ortschaft zu machen. „Durch dieses Sich-Auseindersetzen können Probleme begutachtet und mitunter völlig neu beurteilt werden, so dass Lösungen einfacher zu finden sind. Die DG ist ein ländliches Gebiet mit über 140 Ortschaften. Dorfentwicklung stellt unweigerlich auch die Basis für eine gesunde Entwicklung der gesamten Region dar“, so die Ministerin. Nur von der Basis aus könnten auch europäische Herausforderungen wie beispielsweise Mobilität, die soziale Entwicklung, die Wirtschaft und auch die Kultur gemeistert werden. „Ich bin jedenfalls zuversichtlich, dass wir unser 2008 begonnenes regionales Entwicklungskonzept dank dieser Arbeit an der Basis bis zum Jahre 2025 erfolgreich vorantreiben.“ Unabdingbar für den Erfolg seien hier aber die Partizipation und die Bereitschaft, über den eigenen Tellerrand zu schauen und sich auf Alternativen einzulassen, erklärte Isabelle Weykmans.

Auch Dr. Carlo Lejeune bezeichnete den Dorfwettbewerb in seiner Vorstellung als wichtigen Impulsgeber, um die anstehenden Herausforderungen der Zukunft in Gemeinschaftlichkeit zu meistern und verglich die Dorfentwicklung mit dem Besteigen eines Berges: „Es gibt Weggabelungen, wo man sich für eine Richtung entscheiden muss, es gibt mühsame Anstiege, die dem Bergsteiger wirklich alles abverlangen und es gibt auch Irrwege, die zwischenzeitlich zu einer Umkehr und einer Neuorientierung auffordern. Schlussendlich aber wachse der Bergsteiger auf dem Weg zum Gipfelkreuz“, meinte Dr. Carlo Lejeune. Das Siegerdorf Maldingen bekam aus den Händen des ÖKLE-Vorsitzenden Jérôme Gennen einen Scheck in Höhe von 900 Euro überreicht, bevor Ministerin Isabelle Weykmans allen „Gewinnern“ die Ehrenurkunde aushändigte.

Im schweizerischen Vals beim europäischen Dorfwettbewerb

Der Festakt in Maldingen wurde musikalisch durch den Königlichen Musikverein „Echo vom Hochtumsknopf“ sowie den Königlichen Männerchor „St. Johann“ untermalt. Die Schulkinder sowie die Theatergruppe „Fröhliche Runde“ boten weitere kurzweilige Einlagen, bevor Monique Kelleter vom Siegerdorf 2011 aus Walhorn ihre Eindrücke der Teilnahme am Europäischen Dorfwettbewerb vermittelte. „Monique Kelleter hat wirklich Lust auf mehr gemacht und wir können sicher auch von Maldingen noch einiges erwarten“, meinte Gerd Brüls abschließend. Maldingen wird 2014 am europäischen Dorfwettbewerb im schweizerischen Vals teilnehmen und im Kreis von über 1.000 Dorfaktivisten aus 30 europäischen Regionen unter dem Motto „besser leben“ für die Deutschsprachige Gemeinschaft als Botschafter der Dorfentwicklung fungieren.

Weitere Infos: Ländliche Gilden – Verein für Bildung Dorf und Land VoG. Malmedyer Straße, 63 4780 St.Vith, Tel. 080/410060, www.dorfwettbewerb.be Email: gerd.bruls @bauernbund.be

(GRENZECHO vom 09.09.2013 Bilder und Text von Gerd Hennen)

Große Freude: Für die Maldinger war der Sieg beim Dorfwettbewerb eine schöne Belohnung für den an den Tag gelegten Zusammenhalt.

Die Vertreter der teilnehmenden Ortschaften Maldingen, Lascheid-Richtenberg, Mürringen, Schönberg und Herresbach.