Ouren

In Ouren, einer von der Natur ganz besonders bevorzugten Ortschaft, nehmen die Ostkantone und die Gemeinde Burg-Reuland ihr Ende.  Dieses kleine Paradies mit seinen zahlreichen Tälern, Bergen und Schluchten ist landschaftlich schön, dass manch einer von weiten beschwerlichen Urlaubsreisen Abstand nehmen würde, wenn ihm der Naturzauber der Reuländer und Ourener Gegend bekannt wäre.

Heute wohnen in Ouren +/- 129 Einwohner jedoch in den Sommermonaten verdreifacht sich die Einwohnerzahl, denn viele Jugendlager finden hier den idealen Ort zum Campen.  
Die wunderschöne und einmalige Landschaft in Ouren lädt jedes Jahr aufs Neue viele Wanderurlauber ein.

Die Ortsgeschichte ist verknüpft mit der Geschichte der Burg.  
Ouren war eine Freiheit.  Der Zehnte war luxemburgisches Lehen, das im Jahre 1357 Friedrich von der Feltz besaß.  In Ouren hatte Friedrich von Grümmelscheid seit 1524 Güter als Lehen der Herrschaft Ouren.  Die Burg lag inmitten der Ortschaft, auf einem kleinen Plateau mit Zugang von der Westseite.  Sie stand noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts, war damals aber schon unbewohnt.  Das Feudalschloss, von dem praktisch nichts erhalten geblieben ist, erhob sich auf einer Esplanade inmitten des Dorfes und wurde von den Armeen Louis XIV zerstört.  Die Burg wurde bereits seit dem 12. Jahrhundert mit Sicherheit erwähnt, vielleicht sogar im 11 Jahrhundert.  
Seltene Reste von Mauerwerk unter Pflanzenwuchs.

Die Pfarrkirche St. Peter in Ouren

Am Eingang von Ouren liegt eine kleine, alte, weiß gestrichene Kirche.  Diese Kirche beeindruckt durch ihre Schönheit im Inneren und durch das kuriose Aussehen des eigentlichen Bauwerks.  Turm und Schiff mitten auf dem Friedhof stammen aus dem zwölften Jahrhundert.  
Im achtzehnten Jahrhundert wurden ein oktogonaler Chor und 1912 die Sakristei angebaut.  Um die Kirche herum liegt der Friedhof, alte Grabsteine stehen neben kunstvoll behauenen Steinen, auf denen die Namen alteingesessener Familien zu lesen sind.

Das Innere der Ourener Kirche erinnert stark an das alte schmucke Kirchlein auf dem Reuländer Ourberg von Weweler.  
Beim Betreten des dreiteiligen Ourener Kirchenbaus fühlt man sich unwillkürlich in die Zeit versetzt, der wir viele große und einmalige Kulturdenkmäler verdanken.  Ihr Äußeres ist schon besonderer Art, und ihr Inneres erstrahlt in der vollen Schönheit, die den Kirchen des Reuländer Landes eigen ist.

Laut den Chroniken war Ägidius, Sohn des Herrn von Ouren, erster Pfarrer im Jahre 1337.

Turm und Langhaus der Kirche sind vermutlich Überreste einer alten Anlage des 12. und 13 Jahrhunderts.  Durch den rundbogigen Eingang gelangen wir in einen kleinen Vorraum, hinter dem der Zwischenraum zum eigentlichen Gebetsraum liegt.  Einfache blaugrün schimmernde Fenster werfen den eigentlichen Gebetsraum in ein Licht, das die Gliederung und die Verschiedenheit der Altäre gut unterscheiden lässt.

In unmittelbarer Nähe von Kirche und Friedhof liegt eine schöne angelegte Kreuzweganlage.  Auf schmalem, steilem Weg geht man durch den Stationsgarten.  Die verschiedenen Stationen sind mit mehrfarbigen Malereien auf Metall verziert und liegen geschützt in Steinnischen.  Dieser Kreuzweg wurde durch Pfarrer Heinrich Joseph FISCHER auf dem sogenannten Schoffels (Pfarrgut) angelegt.  Am 26. Juni 1896 wurde er eingeweiht durch den Franziskaner Pater F. Didakus FALKE im Auftrag des Ordensobern Pater Odoricus RIES.  Hoch oben auf dem Berg liegt die 12. Station ; von hier aus übersieht man das schöne Ourtal und die Ortschaft Ouren.  Ebenfalls hat man hier einen wunderbaren Ausblick auf das kleine Schiebachtal mit der ehemaligen Heinskill-Mühle.

Denkmäler

Das Europa-Denkmal in Ouren

In den südlichen Ausläufen der Ostkantone, sowie der Gemeinde Burg-Reuland, ein Kilometer unterhalb des Dorfes Ouren stößt der Wanderer, dort wo der Ribbach und die Our zusammenfließen auf das Europadenkmal.  An diesem Dreiländereck nämlich berühren sich die Hoheitsgebiete Deutschland, das Großherzogtum Luxemburg und Belgien.  Die Grenze verläuft mitten durch die Our und den Ribbach.

Anläßlich der Generalversammlung des Verkehrsvereins im Jahre 1967, regte Georg WAGNER, Präsident des Verbandes der Eifel und Ardennen, Abgeordneter und Präsident der Kammer in Luxemburg, in diesem Dreiländereck die Errichtung eines Europadenkmals an.

Im Jahre 1972 wurde der Ankauf des Geländes durch die Gemeinden Arzfeld/BRD, Heinerscheid/LUX und Burg-Reuland getätigt und notariell veraktet.  Es wurden 5 beeindruckende Megalite als Symbol für die Länder, die damals der Europäischen Gemeinschaft angehörten, in einem Park aufgestellt, der am 22. Oktober 1977 eingewiehen wurde.

Vier Steine der dort vereinten Länder stammen aus Frankreich, Deutschland, dem Großherzogtum Luxemburg und Belgien.

Konrad ADENAUER für Deutschland - der Stein kommt aus der Lüneburgerheide (Sandfindling)

Joseph BECH für Luxemburg - der Stein kommt aus dem Müllertal (Sandstein)

Christian PINEAU für Frankreich - der Stein kommt aus den Vogesen (Schiefferstein)

Paul-Henri SPAAK für Belgien - der Stein kommt aus Vielsalm (blauer Schieffer).

Zu Ehren des Urhebers der Idee des Europadenkmals, Georg WAGNER aus Luxemburg wurde die Holzbrücke, die den Wanderer von Belgien nach Deutschlanf führt nach ihm benannt.

 

 

Hoch auf dem Berg mit Sicht über das wunderbare Ourtal in Richtung Luxemburg haben die Ourener der Mutter Gottes ein Denkmal errichtet.

 

 

Kriegerdenkmal in Ouren an der Kirche.

Während des Krieges 1914 -1918 starben 12 Soldaten.
Während des Krieges 1940 -1945 starben 11 Soldaten und 3 Zivilisten.

Der Rittersprung

Es war einmal....  ein Raubritter, der sich in die Gemahlin des Ritters von Ouren verliebte.  Der Raubritter heckte somit einen Plan aus, durch den er die hübsche Rittersgattin für sich gewinnen konnte.  Sein Entschluss stand fest : Die Geliebte in Ouren gehört dir – und ein Fluchtplan wurde ausgearbeitet.  Um einer eventuellen Verfolgung vorzubeugen wurde das Ross neu beschlagen, wobei die Hufeisen, um die Verfolger irrezuführen, in die verkehrte Richtung aufgesetzt wurden, so dass die hinterbliebene Spur genau in die entgegengesetzte Richtung führte.

Auf einem Fest verabredete sich der verliebte Raubritter mit der Gemahlin seines Nebenbuhlers.  Wie verabredet trafen sich der Ritter und die Gnädigste von Ouren in der Dämmerung am Fluss der Burg in Ouren.  Er hob die Geliebte auf sei Ross und eilte davon.  Im Dämmerschein wurde die Flucht schnell bemerkt und die Verfolgung in einer wilden Jagd aufgenommen.  Man hörte deutlich den Reiter mit den neuen Hufeisen über Steine und Felsen flüchten, und da auf dem Felsen seine Hufeisen keine Spur hinterließen, wurden sie eingeholt auf dem Hügel längs der Our.  Da die Gefangennahme seinen sicheren Tod bedeutete hätte, gab der mutige Ritter seinem Pferd die Sporen und stürzte sich mit seiner hübschen Begleiterin in die Our. Es war ein gewaltiger Sprung von der Spitze des Felsens bis in den Fluss im Tal.  Beide überlebten wie durch ein Wunder.  Die Fluten der Our sorgten für eine mehr oder weniger sanfte Landung, und wenn sich auch das treue Ross seine Beine brach, auf jeden Fall waren Reiter und Reiterin gerettet.  Der heutige Weg „Am Rittersprung“ existierte damals noch nicht, man fuhr durch die Our hin und her am Tal entlang – von Stoubach bis Ouren durchquerte man die Our siebenmal.

Heute kann man im Felsen eingemeißelt lesen „Fili Die terogamus audi nos“, d.h. „Sohn Gottes wir bitten Dich, erhöre uns“.

Der Raubritter gelobte aus Dankbarkeit, an der Stelle seines „Rittersprungs“ eine Kapelle zu errichten.  
Da er sein Gelöbnis nicht einlöste, wurde er später vom Blitz erschlagen.

Die Heinskill-Mühle in Ouren

Im Tale der Kyll gab es eine Mühle, welche Korn zu Mehl mahlte und schon damals das Mehl zum täglichen Brot hergab.  
Diese Mühle am Wasserlauf der Kyll mag dem „Heinrich von der Kyll“ gehört haben und im Laufe der Zeit so wie sich dem Gesetze der Zeit gemäß alles verändert und vollzieht, hat sich aus dem Heinrich von der Kyll der Name „Heinskyll“ gebildet.  Ein Name, der also typisch für unsere Heimat spricht.  Was so manchen von Anfang an bei diesem Namen faszinierte war nicht nur das Erbgut in der Deutung dieses Namens sondern auch dieses von Geschlecht und Generation zu Generation vererbte Gewerbe.
Es sind Müller wie schon ihre Vorfahren vorbildliche Müller waren.  Friedrich Heinskyll hielt es Ende 1700 nicht mehr im Tale der Kyll aus und so zog er flussabwärts und gelangte ins Tal der Our und ließ sich dort nieder.  Ouren, welches als landschaftliches Kleinod, wohlgeborgen im Ourtale liegt hat bis zum heutigen Tage schon längst seine landwirtschaftlichen Reize dem gierigen Auge des Fremden für Naturschönheiten preisgeben müssen.  War es damals auch schon nicht das Dorf, welches als Dreiländerpunkt von sich reden machte, besaß es doch seine Burg, einige strohgedeckte Häuser und die kleine Peterskirche, welche auch heute noch dem Gottesfürchtigen mit seiner Schlichtheit und ermahnenden Stille, einen Hauch der vergangenen Zeit spüren lässt.

Unweit der Peterskirche, einige 100 Meter talaufwärts stand eine alte Lohmühle. Sind die Berghänge auch heute noch von zahlreichem Eichenholz bestanden,  so lieferte dieser Eichenbestand vor etwa 150 Jahren einen begehrten Rohstoff für die Lederindustrie.  
Die Eichenrinde wurde zu Lohe verarbeitet und wurde in einer Lohmühle am Schiebach gemahlen. Friedrich Heinskill erstand die Lohmühle und im Jahre 1613 baute er die Mühle um und nun trieb das Wasser des Schiebachs das große Wasserrad einer Getreidemühle.  Damals war der Ackerbau noch sehr geschätzt, besonders das nahe gelegene luxemburgische Land erwies sich als Kornkammer für die Heinskillmühle.  Nicht nur Korn, Hafer und Gerste wurden hier zu Mehl gemahlen sondern auch Buchweizen.

Noch heute erzählen sich die alten Eifeler froh von ihrem „Kneddele“.  Ein Teig, der aus dem Buchweizenmehl hergestellt wurde, so zäh, dass man ihn schneiden konnte.  Die Buchweizenknödel im Plattdeutschen „Kneddele“ genannt wurden in der Pfanne mit viel Speck gebraten.  Manche Familien haben diesen Brauch bis auf den heutigen Tag erhalten.  So wie die Lebensweise unserer Eifelbevölkerung sich verändert hat, so ist im Laufe der Zeit die Aussaat des Buchweizens sehr zurückgegangen.  Durch diese Umstände gezwungen, ist in den letzten Jahren Buchweizen eingeführt worden.  Es handelt sich bei dieser importierten Getreideart um Silberbuchweizen.
Die Heinskill-Mühle in Ouren ist noch heute in Familienbesitz und es wird noch Hirsebuchweizen in kleinen Mengen vermahlen jedoch wird in einigen Jahren diese Eifeler Spezialität nicht mehr vorhanden sein, da fast kein Saatgut des Hirsebuchweizen mehr aufzutreiben ist.

Vereine

Fanfare "MUSICA NOVA" Auel-Steffeshausen-Ouren

Verein der Belgischen Ehrendivision

Präsident :     

STEILS Erni
Peterskirchen, Ouren 12
4790 BURG-REULAND     

Tel. : 080/32 94 25
E-Mail : ernst.steils@gmail.com


Schriftführerin :     

PEIFFER Liliane
Eichenbuschstraße, Steffeshausen, 80 
4790 BURG-REULAND 
E-Mail :nevi_l@hotmail.com 

 

Kassierer :     

VOGT Christian
Rodenborner Weg, Auel, 3
4790 BURG-REULAND     

JGV Ouren

Präsident :     

DHUR Raphael
127, Hauptstrooss
L - 9753 HEINERSCHEID     

 

Schriftführer :     

STEILS Andreas
Wampachstraße, Ouren, 17
4790 BURG-REULAND    

 

Kassiererin :     

DAUFER Jennifer
Ouren, 19
4790 BURG-REULAND     

Seniorenvereinigung Reuland 3 x 20

Koordinatoren :     

Frau MAJERES Helena
Im Gängelchen, Burg-Reuland, 8
4790 BURG-REULAND  
Tel. : 080/75 12 79

Frau VERVLOET Kristel
Binnenweg, Burg-Reuland, 16
4790 BURG-REULAND

Frau PAQUET Marliese
Auf Rodder, Lascheid, 10
4790 BURG-REULAND
080/32 93 02